








Vorletzte Etappe!! Wird langsam aber auch Zeit, da uns jeder Tag zusätzlich mehr schmerzt in Beinen, Rücken, Armen, Hintern. Heute standen auf dem Weg von Kaltern nach Andalo weitere 3007 Höhenmeter über 74,6 Kilometer auf dem Programm. Bereits nach dem Aufstehen sagten wir uns, dass wir diese Etappe etwas langsamer als die Tage davor angehen lassen. Daniel's Beine fühlten sich schwer an, bei mir waren über die Nacht starke Halsschmerzen aufgekommen. Und einen Tag vor der Zielankunft in Riva wollten wir beide nichts riskieren.Gleich zu Beginn ging es jedoch 1400 Höhenmeter am Stück Richtung Graunerjoch; eine Aufwärmphase blieb uns auch diesmal wieder verwehrt. Zudem war es bereits am Start sehr warm, was dazu führte, dass wir auf dem langen Anstieg nach oben sehr gemächlich fuhren und auch eine Quelle nutzten, um unsere Trinkflaschen aufzufüllen. Nach knapp 2:30 Stunden hatten wir endlich den Gipfel ereicht; von wo es auf eine fast 17 km lange Abfahrt mit 1000 Höhenmetern am Stück ging. Daniel hatte bereits am Start gemerkt, dass seine Hinterradbremse nicht optimal eingestellt war. Er hoffte aber, dass sich dies auf der heutigen Etappe irgendwie einstellen würde. Dies war leider ein Trugschluss, denn bereits auf der ersten Abfahrt fuhr er quasi ohne Bremsen. Dies war bei den Geschwindigkeiten nicht ungefährlich, so dass wir etwas gedrosselt Richtung Verpflegungsstation bei Kilometer 35 fuhren. Wie immer versorgten wir uns dort gut mit Getränken, Riegeln und Obst - zudem bekam Daniel von einem anderen Fahrer das passende Werkzeug, um seine Bremsen zu justieren. Endlich wieder mit Bremse!! Die Abfahrt danach konnte dann endlich wieder sicherer genommen werden; auch wenn es übe teils sehr spitze und scharfkantige Felsen ging. Wir hatten jetzt noch knapp 30 Kilometer vor uns - und dazu noch einige Höhenmeter. Heute war die einzigste Etappe der diesjährigen Bike Transalp Challenge mit einer Bergankunft, so dass wir unsere Kräfte also noch optimal einteilen mussten. Wie bereits gestern fuhren wir wieder inmitten von schönen Weinbergen entlang; für etwas Kühlung sorgten dort die Sprenkler, die eigentlich die Weintrauben und Äpfel bewässern. In unseren Tempo überholten wir einige Fahrer - das liegt uns.
der heutigen Etappe, von wo es über Wiesen und Geröll auf eine lange und harte Abfahrt ging - mit Ausruhen war da nicht viel. Die Abfahrt - wie eigentlich die meisten Abfahrten - verlangte wieder einiges an Konzentration und Kraft in den Armen. Unten angekommen, ging es von der Ortschaft Vilpian von ca. 300 Höhenmetern auf über 1200 Meter. Fast die ganze Strecke führte über Serpentinen durch zwar schöne, aber unerbittlich heiße Weinberge. Temperaturen von 34 Grad machen am Strand irgendwie mehr Spass. Wir (sowie eigentlich fast alle Fahrer) nutzten die Möglichkeit, sich von einigen Anwohnern mit Wasser "abzuduschen" bzw. die Flaschen nachzufüllen. Wichtig war erst mal, die nächste Verpflegungsstation auf dem Weg nach oben zu erreichen. Dort deckten wir uns wie immer gut mit Riegeln, Getränken und Obst ein, bevor die letzten 300 Höhenmeter anstanden. Wir hatten zwar jetzt knapp mehr als die Hälfte der Distanz geschafft; das wellige Profil auf den restlichen Kilometern versprach aber noch einiges an kurzen Anstiegen. Dabei auch zwei Schiebe- bzw. Tragepassagen, die huckepack mit dem Rad auf dem Rücken genommen werden mussten. Auf den Abfahrten, die nun nicht mehr ganz so ruppig waren, spielten wir unsere Stärke aus und überholten noch ein paar Fahrer.Nachdem wir gestern die Königsetappe gut überstanden hatten, stand gleich die zweit schwerste Etappe auf dem Programm. 82,27 Km mit 3305 Höhenmetern – davon alleine 1700 Höhenmeter am Stück, was gleichzeitig auch den längsten Anstieg seit Bestehen der Bike Transalp Challenge bedeutete.
Die Belastungen der ersten Tage machten sich langsam bemerkbar. Vor allem aber der Hintern ist bereits stark in Anspruch genommen worden. Wir werden mal schauen wie wir dies in den Griff bekommen…
Gleich zu Beginn der heutigen Etappe standen die ersten 400 Höhenmeter auf dem Programm… nichts mit einrollen oder aufwärmen. Das Anfangstempo war heute nicht sonderlich hoch, was mit Sicherheit auch daran lag, dass nicht nur wir in den ersten Etappen Kräfte gelassen haben. Jeder fuhr etwas bedachter los. Es ging über den Monte Pana über Saltria zur Seiser Alm, nach der die ersten Verpflegung kam.
Bis zu diesem Zeitpunkt lief es für uns wie am Schnürchen. Da wir in unserem Startblock etwas weiter hinten gestartet waren, hatten wir diesmal nicht nur bergab, sondern auch bergauf einige Teams überholen können. Doch der Tag war noch lang.
Stichwort des Tages: Lang! Das nämlich war die Steigung, die
uns bevorstand. Ausgangspunkt war Waidbruck auf einer Höhe von 476 Metern. Die
ersten 1100 Höhenmeter wurden auf Asphalt bewältigt was bei Temperaturen von
30°C Aufstieg nicht gerade vereinfachte. Zu Beginn hatten wir nicht mal Bäume
die uns etwas Schatten spenden konnten. Doch freundlichen Bewohner an der
Strecke reichten uns Wasser, was uns zur Abkühlung sehr gelegen kam. Nach und
nach näherten wir uns der zweiten Verpflegungsstelle, welche wir dann
letztendlich nach 4:23h erreichten. Hier ließen wir uns Zeit um den Wasserhaushalt
wieder auszugleichen. Da uns noch weitere 30Km bevorstanden, mussten wir uns
auch für diesen Abschnitt noch eindecken.
Die letzten 500 Höhenmeter ging es dann über Schotter zum Gasteiger Sattel. Die Vorfreude auf den bevorstehenden Singletrail wurde immer größer. Einfach nur bergab fahren und das Ganze auch noch bis ins Ziel. So hatte ich das zumindest in Erinnerung. Leider stellte sich das eher als Wunschvorstellung heraus. Der Singletrail war alles andere als leicht zu fahren. Wir als Flachlandtiroler haben auch selten die Möglichkeit, sowas zu üben. Zusätzlich kam noch erschwerend hinzu, dass wir bereits 3000 Höhenmeter in den Beinen hatten – Konzentration war also auch nicht mehr die Beste. So hatten wir heute auch ein Novum… wir sind langsam und übervorsichtig runter gefahren. Das einzige Ziel war jetzt nur noch heil ins Ziel kommen. Nach einem ewig Auf und Ab im Singletrail erreichten wir endlich das Ziel. Mit einer Zielzeit von 6:12:29h konnten wir heute den 147. Platz belegen und sind damit mehr als zufrieden.
Leider steht morgen bereits wieder eine harte Etappe bevor. Es geht über 77,4 Km und wieder stehen mehr als 3000 Höhenmeter auf dem Plan. Wie es uns dabei ergehen wird, könnt ihr morgen hier wieder lesen.
Viele Grüße
Marko & Daniel
Herzfrequenz- und Höhenkurve von Marko
Google Earth Ansicht der Etappe
Hi!
