Glanzleistung: 2. Etappe: Lech – St Anton, 24 Kilometer, 2040 Höhenmeter

apfelDie gute Nachricht vom gestrigen Abend war, dass aufgrund des Schnees auf den Gipfeln der Start verschoben wurde. So konnten wir noch ein wenig länger die müden Beine hochlegen und nach Entspannung für die geplagten Seelen suchen. Nach dem Frühstück ging es dann auch gleich los Richtung Start. Das Thermometer zeigt 3 Grad. Die Sonne scheint am blauen Himmel, aber dennoch ist es sehr kalt. Wir haben uns dementsprechend warm angezogen. Relativ früh passieren wir das Check-In für die Startbox. Unser Plan hat sich gegenüber gestern geändert. Wir wollen niccht wieder von ganz hinten starten, sondern uns im hinteren Drittel platzieren, aber eben nicht als Letzte los laufen. Nach dem Transalpine Run Song wird noch der „Highway to Hell“ eingeläutet. Dann geht es auch schon los. Wir joggen mit der Masse mit und wieder haben wir nach ein paar Metern den Ort verlassen und befinden uns auf einem Steig. Es ist nicht mehr ganz so rutschig und wie immer geht es gleich in die Vollen. Immer steil nach oben. Bis zur ersten Verpflegung bleiben uns 2 Stunden Zeit. Wir haben eine gute Gruppe vor uns, an die wir uns einfach dranhängen. Gritt gibt den Takt vor uns ich folge mühsam. Nachdem wir die Baumgrenze passiert haben, kommen ein paar unangenehme Stellen. Mal wieder verhindern Steine einen flotteren Laufschritt, aber wir liegen gut Im Rennen. Nach 1:40h haben wir die erste Verpflegungsstelle erreicht. Angesichts der Mitläufer, die uns hier am Verpflegungsstand begegnen, liegen wir sehr gut im Rennen. Ab der ersten Verpflegung geht es dann erst einmal ein paar  Höhenmeter bergab. Dann über die Rauhekopfscharte auf 2415 Metern. Dann wieder ein paar Meter bergab und dann bewegen wir uns auf einem schmalen Grat. Unter uns geht es tief hinab, zum Teil ist der Steig sehr schmal, so dass fast Abrutschgefahr besteht. Dann beginnt der steile und sehr schmerzhafte Anstieg zum höchsten Punkt der heutigen Strecke. Auf 2750 Meter liegt liegt der Valllugagrat. Es ist absolut steil und durch den Schnee sehr rutschig. Gritt quält sich zum Teil auf allen vieren vorwärts, aber auch ich bin am Limit meiner Kräfte. Dann endlich haben wir den höchsten Punkt erreicht. Wir genießen eine wundervolle Aussicht auf die atemberaubende Kulisse. Der Abstieg gestaltet sich apfelanspruchsvoll. Ohne Seil ist man hier wohl hilflos, also hangeln wir uns hinab in die Tiefe. In der zerklüfteten Felslandschaft helfen die Stöcke nicht wirklich weiter. Glücklicherweise hatten wir sie rechtzeitig im Rucksack verstaut. Endlich erreichen wir die zweite Verpflegungsstation auf der Ulmer Hütte. Bis hier haben wir nur knapp über 5 Stunden gebraucht und jetzt sind es nur noch 6,1 Kilometer bis ins Ziel. Die 1000 Höhenmeter im Abstieg absolvieren wir zumeist auf einer breiten Forststraße oder über wunderschöne Wiesen. Gritt muss noch ein nettes Fohlen begrüßen, das uns neugierig anschaut. Dann geht es weiter hinunter. Wir machen langsam, denn momentan sind wir guter Dinge, morgen noch einmal gemeinsam am Start zu stehen. Ins Ziel kommen wir nach 6:08h, was für uns eine Super Zeit ist. Wir haben noch einige Teams hinter uns gelassen. Gritt hat zwar alles gegeben und ist am Abend ziemlich am Ende, aber ich hoffe, dass sie sich bis morgen früh einigermaßen erholt hat. Es wäre wichtig, die dritte Etappe im Zeitlimit zu absolvieren. Dann steht bräuchten wir keine Angst mehr vor einem vorzeitige Aus zu haben.


 
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