Man sagt ja, dass der dritte Tag eines Etappenrennens der
härteste ist.

Das Wetter hatte uns den Start in diese Etappe auch nicht gerade
versüßt. Pünktlich vor dem Start fing es an zu regnen, was bei Temperaturen von
gerade mal 10°C alles andere als angenehm
war. Das war auch der Grund, weshalb jeder Teilnehmer sich einen Schutz
vor dem Regen suchte und damit die Räder in den Startblöcken unbemannt auf den
Startschuss warten mussten.
Nach dem Startschuss um 9 Uhr, ging es die ersten zwei
Kilometer neutralisiert durch Ischgl um dann direkt in den ersten Anstieg
überzugehen. Mit diesem Anstieg hatten wir auch schon mehr

als die Hälfte des
gesamten Pensums an Höhenmetern, 1400, hinter uns gebracht. Und das auf gerade einmal
zwölf Kilometern, was einer durchschnittlichen Steigung von ca. 12 %
entspricht. Hinzu kam noch, dass die letzten 200 Höhenmeter nicht mehr fahrbar
waren und damit mühevoll hochgeschoben werden musste.
Die kommende Abfahrt von der Idalb runter ins Tal, war ein
Traum. Teilweise breite Schotterwege, sonst eine Skipiste, die gut zu befahren
waren. So konnten Geschwindigkeiten von bis zu 65 Km/h erreicht werden. Doch
das schnelle Fahren erforderte auch immer wieder ein hartes Abbremsen in den
Kehren, was bei dem groben Untergrund dazu führte dass ich insgesamt drei Mal
meine Trinkflasche aus der Halterung verloren habe. Durch die starke Beanspruchung kam das Material an seine
Grenzen. Resultat: Starker Achter im Vorderrad vom Kay.
Der zweite Anstieg war im Vergleich zum ersten relativ
einfach zu fahren. Er hatte auch gerade mal 450 Höhenmeter, die wir bewältigen
mussten. Bevor es zu der zweiten Abfahrt ging, führte die Route wieder über eine
Panoramastrecke. Hier bekommt man richtig was fürs Auge geboten.
Dann ging es auf eine asphaltierte Abfahrt. Hier passierte
es dann. Bei Kilometer 43 bin ich wohl ein bisschen zu steil in die Kurve
gefahren. Mit dem Rennrad hätte es wohl noch funktioniert, mit dem
Stollenreifen leider nicht. So machte ich eine kurze Bekanntschaft mit dem
Asphalt. Nach kurzem Fluchen ging es aber auch schon wieder aufs Rad. Das Rad
hatte glücklicherweise nichts abbekommen, weshalb es gleich wieder weiterging.
Danach kam eigentlich die anspruchsvolle Abfahrt über nasse Steine und Wurzeln.
Hier passierte allerdings nichts mehr.
Die letzten 20 Kilometer ging es mehr oder weniger
gleichmäßig bergauf. Hier konnte noch einmal bisschen Tempo gemacht werden. Das
Wetter zeigte sich mittlerweile auch schon wieder von seiner schönsten Seite. Wir
wurden mit Sonne pur in Scoul empfangen.
Auch heute zeigte sich, dass auch die vermeintlichen
leichten Etappen ihre Schwierigkeiten haben.
Morgen geht es nach Livigno. 77 Kilometer und 2621
Höhenmeter und so wie es aussieht bei besten Wetter. Wir hoffen, dass unsere Blessuren
uns morgen keine Probleme machen werden. Aber wir sind guter Dinge.
LG
Daniel & Kay
PS Wer es empfangen kann, SF2 berichtet um 22:20 Uhr über
die heutige Etappe.
Herzfrequenz-, Geschwindigkeits- und Höhenkurve von Kay:
Maping mit der RS800cx: