Cape Epic - Sag niemals nie!
8. Etappe – Tränenreicher Endspurt nach Lourensford
Gleich nach dem Startschuss ging es wie bereits gestern gleich in den ersten Anstieg. Dies war gar nicht so schön, denn unsere Muskeln waren noch kalt und unsere Beine nicht mehr die frischesten. Doch was war das? Unser kanadisches Konkurenzteam schoss an uns vorbei. Die wollten es also heute nochmals wissen. Wir versuchten auf den folgenden kurzen, heftigen und teilweise längeren Anstiegen an den beiden dranzubleiben. Aber sie brachten durch teilweise gefährliche Überholmanöver immer mehr Abstand zwischen uns, so dass wir sie schließlich ziehen lassen mussten. Aber wer uns kennt, weiss dass wir uns nicht kampflos geschlagen geben. Auch wenn wir über 18 Minuten Vorsprung hatten, machten wir uns an die Verfolgung. Leider kamen wir im folgenden in einen Stau und mussten teilweise sogar laufen. So verloren wir wieder wertvolle Zeit.
Sonnige Grüße aus dem warmen (30 Grad) South Africa,
Andrea und Sve
5. Etappe - Time Trial
7. Etappe – Hart...am Limit!
Nachdem schon die ganze Nacht ein heftiger Wind blies, fing es nach dem Frühstück auch noch an zu Regnen. Also haben wir uns halt etwas wärmer eingepackt und unsere Teamjacken angezogen. Zum Glück hörte der Regen aber bis zum Startschuss auf, so dass wir uns wieder entblättern konnten. Was nicht nachlas, war der heftige Wind, welcher uns heute den ganzen Tag begleiten sollte.
Gleich nach dem Start ging die Post ab. Wir fuhren mit einem Mixed-Team aus Canada, welches hinter uns platziert ist. Ziel war es, sie nicht weg zu lassen. Die beiden gaben gleich richtig Gas. Es ging immer schön im Sägezahnprofil voran. 5 Minuten hinauf, 15 Sekunden hinunter. Das weckte die Beine natürlich auf und lies sie brennen.
Plötzlich lag vor uns ein Fahrer im Gras, der sich nicht bewegte. Sofort hielten wir an um zu schauen was mit ihm los war. Außerdem hatten wir die Rescuenummer, die leider nicht jeder Fahrer bei sich hatte. Nach kurzer Benommenheit bewegte er sich dann wieder, anscheinend hatte er sich am Arm verletzt, doch er fuhr weiter. Dieser Zwischenstop kostete uns ein paar Minuten. Andrea und ich haben vor dem Rennen schon besprochen, daß wir anhalten wenn jemand verletzt an der Strecke liegt und Hilfe benötigt. Und wir hatten die letzten Tage so viele Schutzengel mit uns, daß wir ruhig etwas dafür tun können...
Dann machten wir uns wieder auf die Verfolgung. Das Konkurenzteam hatten wir an der ersten Verpflegungsstelle wieder und so fuhren wir gemeinsam zum Hauptanstieg des Tages. Dieser war nicht einfach zu fahren, da er recht steil war und der Untergrund ziemlich sandig und mit losem Geröll war. Wir blieben mit unserem Konkurenzteam zusammen, bis 30km vor dem Ziel in einen Waldsingeltrail einbogen. Dort rannten sie dann an wartenden Bikern vorbei, uns schwups waren sie weg. Wir versuchten nochmals daranzukommen, doch leider mussten wir sie ziehen lassen da unsere Kraft nachließ und auch der Kopf bergab langsamer wurde. Es folgten viele Singletrails die eigentlich Spaß machen aber nicht wenn non stop der Gegenwind bläst und es belanglos ständig nur hoch und runter geht, um irgendwie Kilometer zu sammeln. Die Strecke am Ende war einfach Doof!!! Und immer wieder tauchte eine fiese Rampe vor uns auf wo wir fast zum stehen kamen bei dem Wind. Außerdem kamen noch ganz viele schmale Holzbrücken wo wir uns sehr konzentrieren mussten. 300 Meter vor dem Ziel tauchte dann auch noch ein anderes Mixed Team hinter uns auf. Dies lies nichts gutes erahnen. Statt gemütlich einzurollen, gab es noch einen Schlusssprint, der Dank Andreas klugem taktischen Vorgehen dann aber an uns ging. Es war heute noch härter als gestern und wir fuhren oft an unserem Limit. Auch heute hatten wir keine Defekte.
Beim Duschen mussten wir heute auch wieder 45 min in der Schlange stehen. Aber dabei kommt keine lange Weile auf, denn es gibt immer interessante Gespräche. Zum Beispiel über die doofe Streckenfürhung am Ende, oder aber auch über den notwendigen Besuch einer „Bumb Clinic“ (Arschklinik) nach dem Rennen. Ja, die Ärsche sind bei vielen wund und einige mussten deswegen auch schon aufgeben.
Jetzt freuen wir uns auf die letzte Etappe und die hoffentliche erfolgreiche Zieldurchfahrt in Lorensfort.
Andrea und Sven
6. Etappe
Auf unserem Weg nach Oak Valley, der Königsetappe des diesjährigen Cape Epic, waren 123 km und 2240 Hm zu bewältigen. Zuerst ging es in einem neutralisierten Convoy hinaus aus Worcester Richtung Brandvlei Dam. Dann begann auch schon das Auf und Ab. Auf meistens relativ gut zu fahrenden Wegen ging es Richtung Waterpoint 1 bei km 38. Andrea und ich kamen heute morgen richtig gut voran. Nur auf einer Abfahrt verlor ich meine Trinkflasche und musste daher zurück und wieder die Lücke auffahren. Ansonsten lief bis dahin alles wie geschmiert. Nach der ersten Verpflegung standen dann die ersten Berge auf dem Programm, wobei wir hier eigentlich überhaupt keine richtigen Berge fahren. Es ging also etwas höhere Hügel hinauf und wieder runter. An der zweiten Verpflegungsstelle spielte ich dann wieder Wasserträger. Auf der folgenden Abfahrt durch einen Waldtrail musste ich aber plötzlich anhalten. Auch Andrea war schon da, denn mitten im Weg stand ein Quadfahrer, welcher auf dem schmalen Trail steckengeblieben ist. Also mussten wir am Quad vorbei klettern und weiter gings. Ab km 90 ging das Rennen dann richtig los. Es ging in einen 600 Hm Anstieg. Endlich mal etwas das uns gut liegt. Wir kamen richtig gut voran. Doch es klebte ein Mixed Team auf unseren Fersen welches fast den ganzen Berg am schieben waren. Etwa in der Hälfte des Anstiegs war dann die 3 Verpflegungsstelle. Da ich hier auch Wasserträger spielte, ließen wir dieses Team hinter uns. Vor uns war aber noch ein anderes Mixed Team und ein weiteres saß uns im Nacken. Also galt es nicht zu trödeln. Andrea fuhr ein tolles Rennen und so kamen wir dem vorderen Team immer näher. Endlich oben angekommen, erwartete uns eine richtige Mondlandschaft. Dann ging es in einen super geilen Waldtrail. Dieser war extrem flowig und nicht schwierig zu fahren. Doch was war das? Plötzlich kam das hinter uns liegende Mixed Team , welches gerade noch nicht zu sehen war, und kürzte den Weg ab, so dass sie kurz vor uns waren. Doch bei diesem Manöver hat sich ein Ast im Rad von ihr verfangen und sie musste anhalten. Wir konnten wieder vorbei. Kleine Sünden bestraft der liebe Gott ja sofort! Weiter gings in einem ständigen auf und ab. Das andere Mixed Team, welches noch vor uns gelegen ist, haben wir in einer Abfahrt hinter uns gelassen, weil diese wohl eine Pipipause einlegen mussten. Somit waren wir vorne. Aber die Abkürzer klebten uns bald wieder im Windschatten. Wir haben daher wieder bis zum Ziel gefightet und schließlich auch dieses Duell gewonnen. Nach über 7 Std. kamen wir dann endlich ins Ziel. Da heute nicht nur die längste, sondern auch die staubigste und dreckigste Etappe war, waren wir über und über mit einer Schicht Staub bedeckt. So dass wir erst mal unter die Dusche mussten.
Andrea ist heute wieder ein tolles Rennen gefahren. Ich muss hier einfach auch mal erwähnen, dass gerade sie das härtere Rennen von uns beiden fahren muss. Ständig in meinem Windschatten bleiben müssen und sich meine blöden Kommentare anhören, wenn wir mal ein Team an uns vorbei ziehen lassen müssen. Aber manchmal geht’s halt nicht schneller. Es ist auch für mich hart, umso härter muss es also für Andrea sein. Ich finde sie macht ihre Sache richtig super! Gerade wenn man sieht, wie täglich weniger Teams ins Ziel kommen, ist unser Ziel daher einfach nur noch in Lournsfort anzukommen.
Bis bald
5. EtappeJa was machen sie denn den ganzen Tag?
Zwischen 4.30 – 5.00 Uhr müssen wir aufstehen. Wenn der „Druck“ schon da ist, geht man am besten gleich auf die bereitgestellten Dixies, da ansonsten später immer eine rießige Schlange davorsteht. Ab 05.00 Uhr gibt es dann Frühstück. Frühstück hier ist ein englisches breakfast, d.h. Es gibt Rühreier, gebratene Tomaten, Würstchen, Bratkartoffeln, massenhaft Toast und zum Glück auch Müsli. Dazu Instantkaffe oder starker Tee. Nach dem Frühstück müssen wir dann unsere Sachen zusammen richten. Zum Start nehmen wir ca. 12 PowerbarGels, 2 Riegel, 3 Flaschen Powerbar Isogetränk, sowie diverses Flickzeugs mit, welches wir zum Glück noch nicht gebraucht haben. Das Trinken richten wir meistens schon am Abend vorher, weil uns sonst die Zeit am Morgen fast nicht reichen würde. Dann hauen wir uns richtig fett Sonnencreme drauf, damit der Staub und Dreck auch richtig gut kleben bleibt (zusätzlicher Lichtschutzfaktor!). Das ganze dürfen wir in unseren engen Zeltchen, in denen man nicht stehen kann, im Dunkeln machen, was meistens sehr schwierig ist, da die Gelenke zu dieser Zeit noch recht steif sind. Um 6.30 Uhr geht’s dann in den Bike Park unsere BMC Team Elite 01 abholen. Luftdruck nochmals kontrollieren und ab geht’s in den Startblock. Zum Glück ist alles auf einem großen Platz, so muss man nicht so weit laufen.
Um 07.00 Uhr werden dann die Profis auf die Strecke gejagt. Ca. 10 Minuten später werden auch wir losgelassen. Danach dürfen wir zwischen 5 und 8 Stunden durch die Gegend radeln und uns bräunen lassen. Zur Zieleinfahrt sind wir dann sogar braunschwarz. Gleich nach der Zieldurchfahrt radeln wir noch immer eine Weile aus, damit die Beine locker werden. Dann geben wir unsere Räder zum Bikewash, wo sie wieder vom Dreck befreit werden. Wir fallen in der Zwischenzeit über die dargereichten Lunchpakete her. Schließlich heißt es auch für uns, raus aus den braunen Trikots und ab unter die Dusche. Doch so schnell geht das leider auch nicht, denn auch dort muss man immer ca. 15 min. anstehen. Endlich geduscht, genießen wir einen Powerbar Recovery-Shake und relaxen. Dabei zuckeln wir abwechselnd mit dem Compex Runner Muskelstimmulationsgerät. Dann müssen wir noch unsere Wäsche zum Wäscheservice bringen, der zum Glück hier angeboten wird, die Flaschen auswaschen, Räder richten, Blog schreiben usw.
Gegen 18.30 Uhr gibt es dann auch schon Abendessen. Hier gibt es dann auch die Bilder des Tages . Dann richten wir noch unsere Trinkflaschen für den nächsten Tag und fallen gegen 21.00 Uhr in unser Schlafsäcke.
Aber jetzt sind es ja nur noch 3 Tage. Danach gibt’s dann auch mal Urlaub
4. Etappe Cape Epic
3. Etappe Farmroads und heavy Singeltracks oder Highway to Hell?
Zu Beginn der Etappe konnte man meinen, der Streckenchef hat heute seinen guten Tag, denn es war ein „easy going“, teilweise sogar auf Asphalt! Und auf gut fahrbaren Farmroads. Doch der Schein trügte. Nach ca. 20 km kam der erste heftigere Anstieg. Da dieser auch auf einer breiten Straße bergauf führte, kamen langsam wieder die „Schieber“ von hinter an. Wir ließen uns davon aber nicht beeindrucken und fuhren unser Tempo weiter, denn es stand ja noch einiges an. Oben angelangt folgte dann auch schon der erste heftige Downhill des heutigen Tages. Es ging quer durch die Pampa, durch Gestrüpp und Felsen. Doch diese Felsen sind nicht etwa fest, sonder einfach nur loses Geröll. Wir kamen mit unseren BMC gut durch. Der nächste heftige Anstieg war dann die Hölle! Auf einem ansteigenden Weg mit losem Geröll in der sengenden Sonne ging es auf ein Hochplateu hinauf. Wir wollten fast nicht mehr. Es war einfach zu heiß. (bis 41 Grad) Solche Temperaturen sind wir einfach noch nicht gewöhnt. Irgendwann endet aber auch der schlimmste Anstieg und es ging wieder heftigst hinunter. Endlich erreichten wir Waterpoint 3 nach 90 km und mampften erstmal einen Powerbarriegel. Diesen konnten wir auf dem Rest auch bestens gebrauchen. Zwar ging es erstmal wieder auf gut fahrbaren Farmroads weiter, doch es wehte ein recht starker Wind. So sind wir dann mit einer Gruppe Windschatten gefahren. Dann kamen die letzten 10 km. Nach so einer langen und heftigen Strecke mussten wir wieder „im Sandkasten spielen“. Es war einfach der Hammer. An ein vernünftiges Fahren war nicht mehr zu denken. Das hat einfach nichts mehr mit Mountainbiken zu tun und macht einfach keinen Spaß wenn man knöcheltief im Sand versinkt und er in den Schuh rieselt. Machen wir etwa Urlaub am Strand? Wir wollten einfach nur noch durch. Unter Flüchen auf den Streckenchef erreichten wir schließlich nach über 7 Std. das Ziel.
Auch heute sind wir wieder ohne Defekt und Sturz durchgekommen. Wenn wir die ganzen Fahrer am Rand flicken sehen, wissen wir auch, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist. Die Jungs von Speedzone haben an unseren Bikes wie immer eine super Arbeit geleistet, hierfür vielen Dank.
Zwar brennen unser Hintern wie Feuer und wir sind fertig wie ein Schnitzel doch wir werden uns weiter durchkämpfen.
Cape Epic 2. Etappe
Heute stand eine schöne Singeltrailetappe auf dem Programm. Doch davor durfen wir in der Nacht und heute morgen erst einmal in unseren Zelten frieren. Neben dem engen Platz ist die Kälte am morgen und die Hitze nach der Zielankunft das schlimmste.Wie gesagt, standen wir heute morgen bibbernd im Start block C. 15. min nach den Profis sind wir dann ins Rennen gegangen. Doch es lief noch nicht rund. Die tiefstehende aufgehende Sonne und der Staub raubten uns die Sicht. Also liesen wir es langsam angehen. Leider wurden wir so von etlichen Mixed-Teams überholt. Doch der Tag war ja noch lang.
Auch heute standen wieder Sandkastenspiele auf dem Programm. Es war richtig kräftezehrend. Es ging über sandige, felsige schmale aber auch richtig geniale Trails ständig auf und ab. Gegen Mittag kam dann auch die Wärme. Doch mitlerweile kommen wir gut damit zurecht. Auch mit der Verpflegung klappt es wieder richtig gut.
Im Zickzack ging es heute voran. Standige Richtungswechsel liesen ein entspanntes Fahren nicht zu. Es rollte auch heute nicht. Die Strecke führte über ca. 80 % auf Singeltrail. Normalerweise genial, aber doch nicht auf dieser Länge. Nach und nach machten sich unsere langen Trainingseinheiten bemerkbar, denn wir fuhren wieder an einigen Mixed Teams vorbei. Renneinteilung ist halt doch wichtig! Man darf sich bergauf nicht verblasen, da auch die Abfahrten richtig schwer sind. Und nicht nur ein bisschen. Gegen Ende wollte dann das Ziel einfach nicht näherkommen. Auf den schrecklichen Sandpisten war ein schnelles Vorankommen nicht möglich.
Überglücklich fuhren wir dann aber doch, ohne Sturz und Defekt mit den letzten Kräften ins Ziel.
Jetzt müssen wir weiter Regenerieren und mit unserem Compex zucken. Das hilft, neben den Skins Powersocks echt gut.
Zum Schluß müssen wir noch ein ganz großes Lob an unsere Radbrillen von Rudy Projekt aussprechen. Die Impakt Gläser sind einfach der Hammer. Man hat bei allen Lichtverhältnissen eine perfekte Sicht. Nebenbei schützen sie auch noch perfekt vor Fahrtwind und Sand. Auch mit unseren BMC sind wir mittlerweile Eins. So hängen wir auch im herftigsten Gelände immer wieder viele Fullyfahrer ab.
Cape Epic 1 Etappe
Nach der heutigen Etappe wissen wir, warum das Cape Epic als das härteste Etappenrennen der Welt bezeichnet wird. Los ging es bereits am Samstag Abend. Nach dem Essen mussten wir erstmal unsere Taschen packen. Dies ging allein schon bis um 23.00 Uhr. Dann sind wir um 04.00 Uhr aufgestanden und zum Startort gefahren. Dort hieß es dann erst einmal warten.
Gleich nach dem Startschuss ging es zur Sache. Gleich bergauf im Getümmel. Erst nach ca. 1 Std. haben wir dann unseren Rhythmus gefunden. Es ging ständig auf und ab und es wurde immer wärmer. Aber was das schlimmste war, dass war der Sand. Wer schon einmal im Schnee biken war, der weis wie man Rutscht. Das selbe ist mit tiefem Sand. Es gab überhaupt keine Passage, wo man sich erholen konnte. Lockeres rollen, Fehlanzeige. Es rollt nicht!!!
Morgen steht dann eine Singeltrailetappe an. Wir sind gespannt wie hart es weitergeht.
LG


