Natürlich bin ich hin und wieder
im Wald unterwegs, Alternative zum Training auf Asphalt. Gerade
an meinem Wohnort gibt es schöne Strecken, wo man ordentlich
Höhenmeter reißen kann. Jedoch habe ich bisher eher nur an
Stadtläufen teilgenommen. Am vergangenen Sonntag hat sich das
geändert, denn da stand der Panoramalauf in Simonswald auf
meinem Terminkalender. 21,5 km, 650 Höhenmeter. Mein neuer
Trainingsguru Brad Hudson rät immer mal einen Crosslauf in den
Wettkampfplan zu integrieren – bitte schön. Einfach mal laufen
und schauen wie's geht. Na ganz ins blau oder grün bin ich dann
doch nicht gerannt. Anhand der bisherigen Zielzeiten konnte ich sehen,
dass die mir bekannten schnellen Läufer auf dieser Strecke gut 10
Minuten länger unterwegs sind als auf normalen
Halbmarathonstrecken, was für mich ca. 12-15 Minuten bedeuten
würde. Das Höhenprofil hatte ich mir eingeprägt und so
plante ich das Ding im Halbmarathonpuls zu laufen.
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Mit gehörigem Respekt vor den Höhenmetern ging ich um 10 Uhr an den Start. 23 Grad und Sonnenschein, eigentlich perfektes Wetter für ein Frühstück auf dem Balkon. Der erste Streckenabschnitt führte über Asphalt raus aus der Gemeinde Simonswald, bald ging es auf Waldwegen weiter. Wichtig war mir nicht gleich mein Pulver auf den ersten 4,5 Kilometern zu verschießen, die erste Steigung direkt am Anfang. Hier bemerkte ich gleich den Unterschied zu normalen Stadtläufen. Keine Läufer die zu schnell angehen und bereits nach 2 Kilometern gehen. Jeder schien zu wissen was er tut. Die ersten steilen Anstiege bewältigte ich in einer Fünfergruppe. Auf den Waldwegen war es an manch einem Abschnitt sehr matschig. Das erste Highlight war der Megaanstieg am Ende der ersten Steigphase. Wir tippelten im Gänsemarsch rauf – geschafft! Eine kurze Flachpassage und dann 1 Kilometer bergab. Erholung? Nein, es ging einen kurvenreichen Pfad mit ordentlich Bodenwellen runter. Auf dem letzten Part des Gefälles war dann Tempoaufnahme angesagt – Asphalt! Von Kilometer 5,5 bis 11 hieß es wieder bergauf. Meine Fünfergruppe wurde gesprengt und so war ich hier auf mich gestellt. Jetzt konnte ich ein paar Läufer einholen, die der Steigung Tribut zollten. Wieder auf Waldwegen unterwegs hielt ich etwa meinen Puls. Die Kombination Hitze, Steigung und Sonne war schon nicht schlecht. An der Strecke gab es genug Verpflegungsstellen, worüber ich sehr froh war. Am Ende dieser Steigung lief ich mit einem Läufer zusammen, der vermutlich das Streckenprofil nicht kannte. Er wirkte etwas ratlos als ich in der Flachpassage das Tempo anzog. Freude – 5 Kilometer bergab. Mein Plan lautete Tempo rauf, Puls runter. Hat das Spaß gemacht! Einen Läufer konnte ich mühelos überholen und an einen zweiten kam ich immer näher ran – von hinten folgte niemand. Bei Kilometer 16 ging das Gefälle abrupt in eine Steigung über. Mein Gehirn hatte bereits vergessen wie bergauf laufen funktioniert, komisch was meine Beine da veranstaltet haben. Jetzt musste ich gehörig koordinieren und beißen. Bei Kilometer 17,5 war es dann soweit: Eine Zuschauerin rief mir zu „Geschafft! Jetzt geht’s nur noch runter“. Jetzt nochmal rollen lassen. Tempo war nur bedingt möglich, es ging über Wiesen und matschige Pfade. Patsch – ein Riesenmatschloch! Schuhe sind noch dran, also nicht als Barfußläufer durch's Ziel. Schon flötete es mir entgegen. „Da kommt Sascha Bläsen in modischer Kompressionsbekleidung. Mit Sonnenbrille – gut gegen Fliegen und Pollenflug“ - der Herr Moderator, der dem Publikum das gesamte Läuferequipment genaustens erklären konnte und das auch schonungslos tat. Finishermedaille um den Hals und die Zeit: 1.40.40. Halbmarathonzeit + 15 Minuten – passt. Gesamtplatzierung 30 und Platz 5 in der Altersklasse. Für den Anfang ganz gut und die nächsten Crossläufe folgen bald.
Diese Woche starte ich das Marathontraining, der nächste Wettkampf folgt am 1. Juli – 10km Lauf in Seelbach.
Bis bald,
Sascha

ch versende frohe Weihnachtsgrüße aus meiner gemütlichen Hütte.
