
Die letzten Wochen schon habe ich (Andrea) mich auf den Black Forest Ultra Bike Marathon gefreut. Doch es sollte anders kommen als geplant. Mein Ziel war die Ultra Strecke mit 116km und 3150hm zu fahren. Doch letzte Woche Dienstag bekam ich plötzlich Halsschmerzen und Fieber. Deshalb hatte ich das Rennen eigentlich schon abgehakt und sah meine Rolle als Betreuerin von Sven. Nach drei Tagen Bett, literweise Tee und viel Obst ging´s ab Freitag bergauf mit mir. Nach langem hin und her überlegen meldete ich mich dann für die Marathondistanz (77km/2000hm) um.
Ich konnte meinen Startblock als Frau frei wählen und reihte mich im 2.Block ein. Vom Start an kam ich super weg und es lief besser als erwartet. Am ersten Anstieg dem Hinterwaldkopf traf ich eine Konkurrentin, die ich von anderen Rennen her kannte, und wir fuhren die nächsten Kilometer zusammen und wechselten uns in der Führungsarbeit ab, oder reihten uns bei schnellen Fahrern ein. Am Titisee zerriss sich unsere 2er Gruppe, da ich an der Verpflegungsstelle anhalten musste um meine Trinkflasche zu füllen. Am Rinken holte ich sie wieder ein. Dort rollte ich sehr schnell über grobe Geröllmassen und schon hatte ich einen Durchschlag. Mein erster platter Reifen seit ich Mountainbike fahre und dann noch am Hinterrad mit Scheibenbremse, wo ich mit einbauen beim Üben immer so Probleme hatte. Ich dachte jetzt ist es halt so bin froh dass ich überhaupt starten konnte. Voll konzentriert habe ich meinen Defekt behoben, was mich aufgrund mangelnder Routine insgesamt ca.15min. gekostet hat. Ich wusste die anderen waren weit weg, aber sollte ich mir deshalb die Laune und Motivation verderben lassen? Nein, ich werde die 15min.von meiner Rennzeit abziehen und dann habe ich meine persönliche Bestzeit auf dieser Strecke. Dieser Gedanke weckte Kampfgeist in mir. Nach 4Std16min kam ich im Ziel an. Glücklich, dass ich trotz Krankheit letzte Woche überhaupt starten konnte und ich ohne Platten wahrscheinlich knapp unter 4 Std. geblieben wäre.

Auch ich (Sven) durfte in diesem Jahr wieder im zweiten Startblock starten, was auf der Ultradistanz schon ein kleiner Vorteil bedeutet. Denn die hinteren Startplätze müssen sich die Strecke um den Titisee mit den Startern der Power-Trackrunde teilen und bekommen an den Verpflegungsstellen meist auch keine vollen Trinkflaschen mehr.
Gleich nach dem Start fand ich eine super Gruppe. So kam ich recht zügig den ersten Anstieg (Hinterwalskopf) hinauf. Dabei achtete ich immer darauf, nicht all zu lange im roten Bereich zu fahren, da ich diesbezüglich ja in Offenburg schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Auch das etwas kühle Wetter kam mir sehr entgegen. Schon Richtung Altglashütten merkte ich, dass ich super in der Zeit lag. Mein Ziel, die große Runde unter 6 Std. zu fahren rückte somit näher. An den steilen Rampen zahlte sich auch das Training der letzten Wochen aus. So konnte ich immer einen kleinen Vorsprung vor meinen Gruppenkollegen mit in die Abfahrt nehmen. Da ich auch an den Verpflegungsstellen super versorgt wurde und keine Zeit verschwenden musste, und auch vom Plattenteufel nicht gebissen wurde, kam ich in einer für mich unglaublichen Zeit von 5.39 Std. abgekämpft, aber glücklich ins Ziel. Für mich war es ein perfektes Rennen. Denn alles, vom Material bis zur Verpflegung und dem Wetter hatte einfach gepasst. Aber das wichtigste war, immer an der aeroben Schwelle zu fahren und nie zu lange im roten Bereich. So hatte ich auch gegen Ende des Rennens keine großen Einbrüche wie in Offenburg. Mein Polar S 725 war somit mit entscheidend für mein gutes Ergebnis.
Bis demnächst
Andrea und Sven
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