
Am Samstag starteten wir Andrea und Sven beim 12Std.Rennen
in Totnauberg als Mixed Team. Eine Frau und ein Mann bilden hierbei zusammen ein
2erTeam. Von den jeweils gemeldeten Mannschaften darf sich immer nur ein
Teilnehmer auf der Rennstrecke befinden. Gewechselt darf nur in der angegebenen
Wechselzone bei Start und Ziel erfolgen. Dabei bleibt es jedem Team selbst
überlassen, ob es nach jeder Runde wechselt oder ob ein Fahrer mehrere Runden
am Stück fährt. Wer die meisten Runden in den vorgegebenen 12 Std. absolviert,
hat gewonnen. Die Wettkampfstrecke in Todnauberg führt über einen 14 km
langen Rundkurs auf Wald- bzw. Rad- und Wanderwegen, sowie Singletrails. Sie
ist sehr anstrengend, da es keine Möglichkeit gibt sich zu erholen. Nach einer fast schlaflosen Nacht(so kam es uns vor, wie es
so ist wenn man immer wieder aufwacht und die Kirchturmuhr stündlich hört)
standen wir um 4.45Uhr auf. Wir mussten sehr früh in Totnauberg sein um einen
guten Parkplatz zu sichern und unser Verpflegungslager auf der für uns abgesteckten Rasenfläche
aufzubauen.
(Den Platz an der Strecke hat unser Vereinskollege Stefan
Sellinger, der als Einzelfahrer startete, am Vortag für uns abgesteckt) Die
Lage war super, denn wir hatten nur einige Meter zur Wechselzone und die
Verpflegungszone war auch gleich nebenan. Als Renntaktik wählten wir die gleiche wie im letzten Jahr. Wir
beschlossen, dass (Sven) die erste Runde
fahre, da ich im Startgetümmel besser zu Recht komme als Andrea. Unser Ziel in
diesem Jahr war es, zusammen18 Runden zu fahren. Im letzten Jahr schafften wir
17 Runden. Rein rechnerisch gesehen hieß dies, dass ich (Sven) die 14km und
340hm immer gut unter 40min bleiben musste und Andrea nicht über 41min pro
Runde brauchen durfte. Doch unsere Rechnung ging leider nicht ganz auf. Die
Streckenverhältnisse waren schwieriger als im letztes Jahr, da stellenweise die
Wege mit Schotter aufgefüllt waren und meistens viel Gegenwind herrschte. Nach
mehreren Runden zeichnete sich ab dass wir die 18 Runden nicht schaffen würden.
Irgendwie war nicht unser Tag. Vielleicht waren wir noch nicht ganz von der
Transschwarzwald erholt oder das kühle Wetter, oder… . Die Lunge brannte und in
den kurzen Pausen von 30 min. musste man schon wieder in der Wechselzone
stehen. Ich (Sven) fuhr dann in der Mittagszeit einmal 2Runden hintereinander
in der Hoffnung dass Andrea sich gut erholt und im Anschluss flotte Runden
fahren kann. Aber daraus wurde leider nichts. Sie hatte in der Pause mit den
kühlen Temperaturen zu kämpfen und zitterte am ganzen Körper obwohl sie sich in
Decken eingehüllt hatte. Unser Polar zeigte eine Durchschnittstemperatur von 18
Grad an, aber im Schatten fühlte es sich mit dem starken Wind viel kühler an.
Nach 15 Runden lagen wir immer noch auf Rang 4 wie von Anfang an. Der
Zeitabstand nach vorne auf den 3. Platz war schon recht groß und nach hinten
hatten wir zwischenzeitlich 6 min.Vorsprung. Leider wurden die Ergebnisse in
den letzten Runden nicht mehr aktualisiert, so dass wir keine Ahnung hatten ob
wir auf Platz 5 abgerutscht sind oder unser Zeitvorsprung gut reichte. So hieß
es eben so schnell zu fahren wie noch möglich. Dies ist aber leichter gesagt
als getan. Denn im 2er Team (bei einem Wechsel in jeder Runde) hat man fast
keine Zeit sich zu erholen. Es bleiben einem gerade mal 30 min. um sich zu
Verpflegen, das Rad wieder in Ordnung zu bringen und um schnell auf die
Toilette zu gehen. Nach 8 – 9 Std. fällt es einem dann immer schwerer sich nach
der kurzen Pause aufs Rad zu setzten und Vollgas zu fahren.

Da wir die Teams hinter uns nicht kannten (jedes 2er Team,
egal ob Herren, Frauen oder Mixed hatte die gleichen Hintergrundfarben auf den
Startnummern), hatten wir auch keine Ahnung auf wen wir besonders aufpassen
mussten. Aber egal, wir blieben bei unserer Taktik (jede Runde Wechsel) und
hatten abgemacht dass Andrea die Schlussrunde fahren soll. Allerdings hatte sie
vergessen noch auf die Toilette zu gehen. Hin und hergerissen hat sie es sich
auf der Strecke dann allerdings verkniffen anzuhalten, da sie nicht wusste ob uns
dieser Halt einen Platz kosten könnte. Zum Glück hat sie nicht angehalten, denn
das Team auf Platz 5 lag am Ende dann nur 1Min.20sec. hinter uns. Im Ziel gab
es für jeden Sekt und wir plauderten noch mit vielen befreundeten Fahrern,
deren Zahl nunmehr von Rennen zu Rennen immer größer wird.
Mit Platz 4 gab es eine für uns eine Schwarzwälder
Kirschtorte (wussten wir noch vom letzten Jahr) und wir warteten daher noch bis
zur Siegerehrung.
Alles in allem war es auch in diesem Jahr wieder schön in
Todnauberg zu starten. Leider konnten wir nicht ganz unser Ziel erreichen, aber
wir sind trotzdem mit unserem Ergebnis zufrieden. Und die Schwarzwälder
Kirschtorte hat auch ganz gut geschmeckt!
Vor allem in den technisch schwierigen Abfahrten konnten wir
unsere gute Fahrtechnik ausspielen und viele Fahrer distanzieren. Nur bergauf
hat dann an diesem Tag doch noch ein klein wenig Kraft gefehlt. Aber das kann
in so einer langen Saison schon mal passieren.
Jetzt wollen wir uns erst mal richtig erholen und dann
schauen wir mal, ob wir noch ein oder zwei Rennen in diesem Jahr bestreiten
bevor es in die Winterpause geht.
Bis bald
Andrea und Sven
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