
Vergangenen Freitag machten sich Markus und ich bei herrlichem Wetter Abends nach der Arbeit auf den Weg nach Frammersbach. Nach einigen Stunden Fahrt nahmen uns dort bereits Andrea und Sven in Empfang. Sie hatten bereits eine leckere Biker-Mahlzeit gezaubert, um die Kohlenhydratspeicher zu füllen. Am nächsten Morgen ging es dann hinab ins Ortszentrum zum Festgelände, wo natürlich zuerst der BMC Stand besucht wurde. Unmittelbar nach der Startnummernabholung meldeten wir uns für das am Nachmittag stattfindende Teamrace (4*4km) an, als Vorbelastung für den Marathon am Sonntag, und überbrückten die Zeit mit Relaxen in der kühlen Wohnung.
Gegen 15 Uhr und in der glühenden Mittagshitze besichtigten wir die Strecke und stellten schnell fest, dass der Rundkurs extrem schnell und dazu noch ruppig ist, was selbst die Flachstücke zu einer sehr anstrengenden Angelegenheit machten. Kurz vor dem Start wussten wir auch, wieso das Feld so hochkarätig besetzt war; es war der 1. Teil der Hochschulmeisterschaft. Sven hielt sich dann in den Top 5 und nach einer ebenso starken Runde von Andrea war ich als 3. an der Reihe. Glücklicherweise lief es deutlich besser als beim Einrollen und der immer noch blaue Oberschenkel schmerzte nicht mehr, die Wellen wurden dank hoher Geschwindigkeit teilweise "überflogen" und ich übergab als 5. an Markus, was auch gleichzeitig der endgültigen Platzierung entsprach.

Sonntags war es dann soweit, ich Stand im Startblock meines ersten MTB-Marathon über die Langstrecke und das auf welligem Terrain, das mir eigentlich liegen sollte, und tausenden Gedanken im Kopf (wie schnell gehe ich an, was erwartet mich…). Mit hohem Tempo ging es dann ortsauswärts einen ersten Teeranstieg hoch, wo ich mich einer Grupppe anschloss, der Andrea mit geringem Abstand zunächst folgte. Kurze Zeit später ging es bereits wieder über den ersten herrlichen Trail bergab, gefolgt von einer Passage auf einem Waldweg, dessen Untergrund aufgrund der Staubwolken nicht mehr zu sehen war.
Ich konnte mich dann auch in einer super Gruppe festsetzen, um im Windschatten möglichst Kraft zu sparen, da es auf der Strecke dank permanentem auf und ab kaum Erholungspassagen gibt. Die immer wieder vorhandenen Singletrailpassagen sorgten für viel Spaß; forderten allerdings das Material nicht unerheblich, da der Untergrund hier extrem ruppig (Wurzeln, Felsen, etc.) war, was auch die etlichen Trinkflaschen auf sämtlichen Trails bestätigten. Doch dank unserem hervorragenden BMC-Teambike konnten auch diese Passagen sehr entspannt gemeistert werden.
Die erste Runde lief extrem gut, doch nach knapp 4h wurden die Beine langsam schwerer und mein Magen weigerte sich, Trinken und auch Essen aufzunehmen. An einem langen Teeranstieg war es dann soweit, ich war auf dem Tiefpunkt und Andrea flog geradezu an mir vorbei. Dank gegenseitiger Motivation und Wasser, anstatt Iso, und Bananen an den folgenden beiden Verpflegungsstationen bekam ich den Magen wieder halbwegs in Griff und die Motivation und der Spaß kamen auch wieder zurück.
Auf den letzten ca. 25km lief es dann langsam wieder besser und ich wechselte mich mit einem Mitstreiter regelmäßig in der Führung ab. Ab der letzten Verpflegungsstation

machten wir dann noch einmal Tempo, soweit man noch davon sprechen konnte. Die Zeit verging wie im Fluge und wir standen schon mitten im steilsten Anstieg der Strecke, dem legendären Grabig. Noch ein paar Teilnehmer überholt, meldete sich dann kurz vor dem höchsten Punkt der Oberschenkel...er hatte sich auch lange genug zurückgehalten…Dank des Teamwettbewerbs am Vortag kannte ich die folgende Abfahrt bestens und es ging mit hohem Tempo dem Ziel entgegen. Nach 6:01h war ich dann endlich im Ziel und ich wusste, warum ich bisher die Mittelstrecke gefahren bin;-) Aber jetzt, mit etwas Abstand, hat es trotz der Quälerei Spaß gemacht, mein Ziel möglichst mit Andrea mithalten zu können und unter 6h zu fahren, habe ich zwar knapp verfehlt, bin aber mit dem Ergebnis trotzdem zufrieden. So und jetzt heißt es wieder Beine hochlegen. Gruß Sebastian
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