Gebirgsmarathon in Immenstadt

Der Immenstädter Gebirgsmarathon sollte mein letzter Lauf vor dem UTMB sein, sozusagen die Generalprobe für das Abenteuer, das am 28. August um 18:30 Uhr beginnt. Seit März habe ich mich intensiv darauf vorbereitet und im Zuge dieser Vorbereitung einige Läufe absolviert.
 

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Erst Rodenbach, dann Griesheim

Relativ spontan hatte ich mich entschieden in Rodenbach bei den Deutschen Meisterschaften über die 50 Kilometer zu starten. Eigentlich eher ausVerbundenheit zum SSC Hanau-Rodenbach und dem Organisationsteam um Harry Arndt. Aufgrund der Wolkenbrüche am Freitag und Samstag Vormittag hielt sich meine Lauflust in Grenzen. Auch auf der Fahrt zum Wettkampfgeschehen regnete es aus allen Poren des Himmels. Doch - oh Wunder - eine halbe Stunde vor dem Start schlossen sich die Schleusen. Nach der in Rodenbach üblichen Vorstellung der Favoriten auf den Titel und den Haudegen der Ultraszene fiel der Startschuss pünktlich um 10:00 Uhr.

DM Rodenbach 2009


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Auf dem 10 Kilometer Rundkurs warten keine Zuschauermassen auf die Läufer. Geprägt ist die Atmosphäre von der Einsamkeit des Langstreckenläufers. Genügend Zeit also, in sich zu gehen. Die Verpflegungsstellen waren - wie nicht anders zu erwarten - vorbildlich besückt. Die ersten 20 Kilometer laufe ich konstant. Bei Kilometer 22 werde ich von dem Führenden überholt. Er sollte am Ende mit 3:03 das Rennen gewinnen. Bei Kilometer 25 tauchten dann die ersten Probleme auf. Möglicherweise eine kleine Überlastung des Knies. Aufgeben gilt nicht, also einfach mal weiterlaufen. Es waren ja nur noch 2,5 Runden zu laufen. Nach 32 Kilometern schließt ein Teilnehmer aus der M70 zu mir auf. Leichtfüßig und behende eilt er mir davon. Er sollte am Ende 3 Kilometer Vorsprung haben. Mittlerweile ließ sich auch mal die Sonne kurz blicken. Die letzte Runde war ein einziger Kampf. Ich wurde noch von ein paar Mitstreitern überholt und schließlich kam ich nach 4:39 ins Ziel. Zu Meisterehren bin ich natürlich nicht gekommen. Von den 220 Teilnehmer blieb Platz 135, aber eigentlich geht es darum ja nicht. Der Weg ist das Ziel. Das dachte ich mir auch am nächsten Morgen, als ich am Start zum 38. Griesheimer Straßenlauf stand. Gestern noch Einsamkeit, heute Stimmungskanonen wo man hinschaut. Die ersten Kilometer muss ich mich erst einmal warm laufen. Nach den ersten zehn Kilometern der Halbmarathonstrecke zeigt meine RS800CX 53:25 Minuten. Eine Zeit unter 1:50h wäre angesichts der gestrigen 50 Kilometer der Kracher. Also erhöhe ich das Tempo und damit auch die Herzfrequenz von 155 auf 165 Schläge pro Minute. Mich packt der Ehrgeis. Das Wetter ist einfach nur herrlich, die Stimmung fantastisch und ich habe wieder richtig Lust zu laufen. 2 Kilometer vor dem Ziel zeigt der Laufcomputer 1:40 und eine Herzfrequenz von 170. Egal, jetzt wird gerannt was das Zeug hält. 500 Meter vor dem Ziel überhole ich noch einen Polarkollegen und erreiche im Schlusssprint mein Ziel. Die Stoppuhr bleibt am Ende bei 1:49:50 stehen. Der erste Härtetest im Rahmen meiner Vorbereitung zum UTMB ist gelungen. Mit meinem Start vom Montag beim Osterlauf in Rodgau Jügesheim über die 25Km komme ich so auf 96 Wettkampfkilometer. Mal sehen, ob es so weitergeht.

Foto:www.zoeller-foto.de

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Kyffhäuser Berglauf

Der Kyffhäuser Berglauf ist ein Marathon mit ca. 700 Höhenmeter. Der Start und das Ziel liegen in dem kleinen Örtchen Bad Frankenhausen am Fuße des Kyffhäuser. Der Kyffhäuser ist ein Bergrücken südöstlich des Unterharzes an der Grenze Thüringens zu Sachsen-Anhalt. Wolfgang und ich haben diesen Lauf als einen der Vorbereitungsläufe zum UTMB geplant. Gabi und Ludwig wollten einige Höhenmeter als Training zum Swiss Alpine bewältigen. Im Vorfeld treffen wir wieder einige Läufer aus der Ultra-Szene. Dabei sind u.a. Karl-Ernst, Lothar, Karl Wolfgang, Birger, Brigitte, Klaus und Greta. Da Gabi zurzeit verletzt ist stehen wir nun zu Dritt an der Startlinie.Ich habe mich wieder mit meinem Rucksack ausgerüstet, der dieses mal um die 7 kg schwer ist.

Kyffhäuser Berglauf


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Nach dem Start geht es erst einmal durch Bad Frankenhausen, vorbei an der Barbarossa Höhle Richtung Kelbra. Bis Kilometer 11 führt der Weg bis auf kurze Ausnahmen über asphaltierte Wege. Erst dann geht es, über zum Teil sehr tiefe und schlammige Abschnitte, Richtung Kyffhäuser Denkmal. Obwohl wir Abgesprochen haben, recht langsam zu laufen, sehe ich von Ludwig und Wolfgang schon nach 2 Kilometern nichts mehr.So zockele ich, mit meinen  Rucksack, am Schluss des Feldes dahin. Birger begleitete mich dabei fast 15 Kilometer. Irgendwann laufe ich dann auch auf Karl-Ernst, Lothar und Brigitte auf. Zu Viert  geht es dann zum Kyffhäuser Denkmal. Hier wartet Gabi, um noch einige Bilder von uns zu machen. Am Kyffhäuser Denkmal haben wir dann schon 22 Kilometer und einige Höhenmeter in den Beinen. Da wir recht weit hinten im Feld laufen und die Mountenbiker auch schon über die gleiche Strecke gefahren sind, gibt ab es kaum noch eine Wegpassage, die nicht voller tiefen Schlamm und Matsch zu durchlaufen ist. Es bereitete schon einige Mühen, die Füße immer wieder nach vorne zu setzen. Vor dem Flughafen gibt es noch eine lange, und gemeine asphaltierte Steigung, bevor es bei Kilometer 36 auf die lang gezogene Flughafenwiese geht. Hier wird den Läufern noch einmal einiges abverlangt.
 
Die letzten 3 Kilometer geht es vom Panoramamuseum bis ins Ziel bergab. Hier läuft man noch eine Runde um die Festwiese bevor es durch das Zieltor geht. Meine geplante Zielzeit von 5:00h habe ich knapp unteraufen. Wichtig für mich war es aber, die Strecke, mit Rucksack und ohne Gehpause, im Pulsbereich um die 135 durchzulaufen. Auch bei diesem Lauf bin ich von der Organisation begeistert. Hier gab es im hinteren Teilnehmerfeld keiner Versorgungslücken an den Getränke- und Verpflegungsstationen. Die Absperrmaßnahmen an den Querungspunkten zu den Straßen waren sehr gut und an keiner Stelle hatte ich das Gefühl, nicht richtig über die Strecke geführt zu werden.
 
Rüdiger 




  
 
 
 
 
 
 
 

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Heimaturlaub

Nach mehr als 250 km im Weserbergland, mit einigen Höhenmetern gepickt, hat mich am Osterwochenende die heimatliche Lippe zum Laufen eingeladen. Da Gabi noch immer verletzt ist, Ludwig und Jörg auf Kurzurlaub  irgendwo in Deutschland sind, Patricia sich auch erst recht wage ausgedrückt hat, was das Laufen angeht, sah ich schon, das ich meine Trainingskilometer alleine laufen musste.
Wolfgang wollte mich zwar am Ostermontag zum Treppenlauf am Tetraeder animieren, aber dem Steht der Besuch meiner Enkeltochter Zoe entgegen.
So gingen Gabi und ich am Samstag erst einmal ins Fitnessstudio, um etwas Bauch- und Rückengymnastik zu machen. Dort konnte ich Patricia doch noch zu einem kleinen Lauf bewegen. Kurzfristig verabredeten wir uns dann für Sonntag zu einem gemütlichen 2 Stunden Lauf.
 
Um 08:00h ging es dann heute los. Bei purer Sonne und fast15° kamen wir schnell in die richtige Laufstimmung. Wir liefen locker über die alte Bahntrasse Richtung Kiesgruben. Dort  kann man hervorragend tiefe Sandpassagen und steile, kurze Anstiege trainieren. Die vorgenommen 20 Kilometer gingen so schnell vorbei.
 
Jetzt freue ich mich schon riesig auf den Kyffhäuser Berglauf, der ja nur noch ein paar Tage entfernt ist.
Ich hoffe, dass Gabi bis dahin ihre Verletzung auskuriert hat, und nicht den Part des Zuschauers übernehmen muss.
 
ruli




  
 
 
 

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Bad Pyrmont -10 Tage Training im Weserbergland

Nach meiner monatelangen Verletzungspause komme ich langsam wieder in Schwung. Das Laufen macht mir wieder viel Spaß.
Das Weserbergland ist ein ideales Trainingsgelände zur Vorbereitung auf die kommenden alpinen Läufe. Nicht ganz so steil, nicht ganz so cross, aber bedeutend mehr Höhenmeter als das heimatliche Trainingsgelände an der Lippe.
In den letzten 10 Tagen bin ich etwa 190 Kilometer mit 4500 Höhenmeter gelaufen. Davon fast 50 km mit meinem Rucksack. Mit Christian habe ich einen laufbegeisterten Trainingspartner gefunden, der auch keine noch so unwegsame Strecke scheut. Gemeinsam haben wir schon viele Kilometer bergauf und bergab hinter uns gebracht.
Hier sind dann auch  Beispieldiagramme mit den Daten von 2 Läufen in dieser Woche.
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In 2 Wochen laufen Gabi, Ludwig, Wolfgang und ich den Kyffhäuser Berglauf. Ich hoffe, das Ludwig, auch ohne mich und Gabi, die leider verletzt ist, seine Höhenmeter im Training absolviert hat. Der Swiss Alpine, den Ludwig im Juli laufen will, ist ja keine Pappenstiel.
 
rüdiger 
 
 
 
 
 


 


 

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KUR

Ich bin jetzt für einige Wochen kurmäßig eingebunden.

Meine Laufaktivitäten werden sich im Bereich des Weserberglandes abspielen. Das ist ein schönes Vorgbereitungstrainig für die nächsten Landschaftsläufe. Einige Kilometer bin ich auch schon mit Christian und Katrin durch die Hügel gelaufen.
Über die kommenden Läufe werde ich  auch regelmäßig berichten. 
 
rüdiger 

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UTMB 2009

Nachdem Wolfgang und ich im letzten Jahr, mehr oder weniger, mit dem UTMB ins kalte Wasser gesprungen sind, wissen wir für den Start 2009 was auf uns zukommt. Ob es dadurch einfacher wird, wage ich zu bezweifeln.
Der Vermittler unserer Startplätze 2008, Harald B., geht in diesem Jahr ebenfalls an den Start. 
Seine Vorbereitungen zum UTMB 2009 könnt ihr unter http://www.stern.de/blog/76_der_lauf_meines_lebens lesen.
Wir werden hier über viele interessante Trainingsläufe berichten. So z.B. über den Rennsteig, den Kyffhaeuser-Berglauf, den Chiemgauer100, den Radebeuler Treppenmarathon und den Swiss Alpine.
 
 
Rüdiger

 

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soq.-Team startet beim The North Face Ultra Trail du Mont Blanc 2009

undefinedDas soq.-Team startet beim The North Face Ultra Trail du Mont Blanc 2009. Wie auch im vergangen Jahr ist für unser Team Rüdiger und Wolfgang am Start. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren und wir freuen uns auf viele spannende Fotos, Filme und Berichte. Erstmals wird das Team mit der Ciclo Sport Cam1 Brillencamera ausgestattet um die Tagebucheintragungen noch spannender gestalten zu können. Neu in diesem Jahr ist auch die Aufzeichnung der GPS Daten, die später im Blog über Google Earth verfolgt werden kann. Möglich gemacht wird diese Technik mit der neuen Polaruhr RS 800CX Multisport und dem dazugehörenden G3 GPS Sensor. Wir freuen uns auf spannende Berichte.
Tom Tittmann

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Libyan Challenge Urlaub vom 22.02.-01.03.2009

Libyan Challenge – Urlaub vom 22.02.-01.03.2009
 
wuesteAm Samstag Nachmittag, den 21.02.bin ich vom Düsseldorfer Flughafen nach Paris geflogen, habe dort eine Nacht im Hotel verbracht und am Sonntag Morgen um 6.00 Uhr am Check In Schalter mit weiteren 100 Läufern und 50 Helfern gestanden, um nach Libyen zu fliegen. Dort angekommen, begann die Prozedur mit den Kontrollen. Nachdem dies erfolgt war, ging es mit 3 Reisebussen ca. 500 km über Land zum Campingplatz. Eskortiert wurden wir von 2 Jeeps (einer vorne, einer hinten) mit der Tourismus Security, welche uns die ganze Zeit über bis zum Abflug begleiteten sollte. Nur beim Laufen und Einzeltrips waren wir ohne Begleitung.Die Fahrt mit dem Bus dauerte ca.7 Stunden und wurde nur durch regelmäßige Pinkelpausen unterbrochen. Dann allerdings strömte die Masse rechts und links der Straße in die karge Umgebung,um einem dringenden Bedürfnis nach zu kommen. Für vorbei fahrende Autofahrer muss dies wohl merkwürdig ausgesehen haben.Nach der Ankunft auf dem Campingplatz gab es einen Lageplan, auf dem die Nummern der Unterkünfte standen und in jeder Nummer standen 2 Startnummern. Somit konnte man sich auf die Suche nach seiner Unterkunft machen und sich überraschen lassen, wen man als Partner für die nächste Woche bekam. Es gab zwei Arten der Unterkunft; entweder ein Zelt oder ein gemauertes Zimmer mit abschließbarer Tür. Gegen Abend gab es dann eine kurze Begrüßung auf französisch mit englischer Kurzübersetzung. Entweder man konnte es verstehen oder hatte einen übersetzenden Mitläufer an seiner Seite oder man hatte eben Pech. Zum folgenden Abendessen gab es eine Schale Suppe, Gusgus (Hirse mit einer Soße), etwas Salat, 4-5 kalten Pommes, ein Stück Zitrone, ein undefinierbares Stück Fleisch, einen Apfel oder eine Orange, eine Dose Cola oder andere Limo sowie Weißbrot. Dieses Essen gab es dann jeden Mittag und jeden Abend im Camp. Wenn man viel Glück hatte und früh in der Warteschlange vor der Essensausgabe stand, konnte man auch Nudeln mit Gusgussoße oder ein Stück Hähnchen ergattern (solange der Vorrat reicht).

Libyan Challenge


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Der Montag stand dann im Zeichen der technischen Kontrolle und der Vorbereitung auf den Start. Bei der technischen Kontrolle wurde alles explizit auf Vollständigkeit geprüft, was als Pflichtausrüstung vorgeschrieben war. Es wurde das roadbook sowie die Kontrollkarte  ausgegeben. Nach Abschluß der Prüfung wurde ein Schriftstück auf französisch vorgelegt und um Unterschrift gebeten. Ob man nun wusste oder nicht, was darin stand, ohne Unterschrift kein Start. Den Rest des Tages konnte jeder so verbringen, wie er wollte. Gegen Abend gab es dann das Breefing (auf französisch mit englischem Untertitel). Manche machten sich viele Notizen, manche keine.
 
Am Dienstag Morgen gegen 6.00 Uhr ging es dann mit gepacktem Rucksack im Bus Richtung Startlinie. Nach 1,5Stunden Fahrzeit hielt der Bus am Straßenrand und die Fahrt ging weiter in einem Pickup oder Jeep, wobei die Fahrer der Wagen durch die Gegend fuhren, als ob der Teufel hinter Ihnen her wäre und sich nicht darum kümmerten, wie es wohlauf der Ladefläche eines Pickup´s ist.
 
Irgendwo in der Einöde war dann der Startbereich aufgebaut und nachdem alle da waren, gab es noch ein Startfoto, nette Worte auf französisch und es ging los.Relativ schnell zog sich das Feld auseinander. Der erste Streckenabschnitt betrug 27 km und es ging einmal über den Berg. Oben auf dem Berg stand ein Dromedar und jeder durfte einmal die Leine halten, wurde fotografiert und es ging weiter. Die Strecke bestand überwiegend aus festen Untergrund mit lose liegenden Steinen.Beim ersten Kontrollpunkt (wie bei jedem weiteren) meldete man sich beim Eintreffen an und beim Weiterlaufen ab. Dies diente dazu, dass die Rennleitung wusste, wo jeder Läufer sich befindet und um bei Hilfe schnell da zu sein. Außerdem wurde auf der Kontrollkarte der entsprechende Checkpoint getackert.Ich habe an diesem CP die erste Blase aufgestochen und das Wasser rausgedrückt. Nach dem tapen ging es dann weiter. Dabei ist mir dann klar geworden, dass mein Schuhwerk nicht besonders gut für Sand geeignet war. Durch den beruflichen Stress bis zum Freitag Abend vor der Abreise hatte ich nicht viel Zeit gehabt, mir Gedanken zu machen. Ich war froh gewesen, das ich ein GPS, die nötigen Utensilien und den Rest hatte.Die Bedienung des GPS hatte ich mir am Morgen von Mitläufern erklären lassen.Aber die Sache mit den Schuhen und dem Sand hatte ich überhaupt nicht bedacht. Ich glaubte, mit den Schuhen vom utmb wird es schon laufen.
 
Das zweite Teilstück war ähnlich dem ersten, wobei jetzt auch sandige Stellen und Dünen zu durchqueren waren.Ansonsten war man jetzt ziemlich allein mit sich selbst, dem GPS, der Sonne,dem Sand und dem fernen Horizont. Wichtig war es auch regelmäßig zu essen und zu trinken; auch wenn man keine Hunger oder Durst verspürte.
 
Am CP 2 habe ich dann die nächsten Stellen getapt und bin recht zügig weiter gegangen. Unterwegs traf man immer wieder Läufer. Mit dem einen oder anderen ging man dann ein Stück zusammen und mit Englisch, Fränzösisch oder Deutsch konnte man sich etwas verständigen. Es bildeten sich ab und an kleinere Gruppen, wenn das Tempo der einzelnen Läufer zusammen passte. Gegen18.30 Uhr geht die Sonne dann langsam unter. Um 20.00 Uhr ist es dann stockdunkel und allein in der Wüste.
 
Am CP 3 hatte ich dann schon einige Blasen und lief mich behandeln. Zuerst wird das Wasser mit einer Spritze aus den Blasen gezogen. Dann wird mit einer Jodähnlichen Flüssigkeit die Blase solange befüllt, bis die Flüssigkeit heraus läuft. Das Zeug brennt irre und man freut sich schon auf die nächste Blase. Anschließend wird getapt, wobei die„Fußpfleger“ Kunstwerke entwickeln beim Zuschneiden der entsprechenden Pflaster. Unangenehm ist es erst dann wieder, wenn die Pflaster oder Tapes festgedrückt werden.
 
Beim Loslaufen zum PC 4 brachte ich dann einige Meter, um wieder rund zu gehen. Im Hellen schaut man auf das GPS, richtet sich aus und läuft auf einen Punkt am Horizont zu. Im Dunkeln driftet man schnell ab und muss regelmäßig auf das GPS sehen, ohne dabei den Untergrund zu vernachlässigen. Denn sonst kann man stolpern und fallen. Weiter ist es im Hellen einfacher einen möglichen Weg rechts oder links des vom GPS vorgegebenen Weges zu sehen und zu nutzen. Im Dunkeln läuft man mehr oder weniger schnurstracks geradeaus über Stock und Stein. Auch kann es passieren,dass man auf einen Berg zu läuft und sich dann für die falsche Seite zur Umrundung entschließt. Die Konsequenz ist dann nach einigen Km die Umkehr und der Weg zurück.Ich hatte in dieser Nacht das Glück, mit 4 Franzosen den Weg fortsetzen zu können. Unterhalten haben wir uns zwar nicht, aber die Suche von 2 unbesetzten Kontrollpunkten zum tackern der Kontrollkarte ist leichter, wenn mehrere den Punkt suchen.
 
Am PC 4 hatte ich 96 km innerhalb der ersten 24 Stunden geschafft und es ging die gleiche Prozedur mit den Füßen los, da ich neue Blasen hatte. Nach einer kurzen Pausen und etwas Essen ging es dann weiter. Die Teilstücke sind entweder sandig, fester Untergrund mit lose liegenden Steinen oder teilweise schöne glatte Strecken. Im Hellen kann man auch Laufstraßen erkennen, die die schnelleren Läufer genutzt haben und die schon etwas freier von Steinen sind. Unterwegs traf ich dann immer wieder die gleichen Läufer und man ging dann ein Stück zusammen. Die Landschaft ist schon faszinierend und man kann km weit sehen. Teilweise stehen vereinzelte Erhebungen mitten in der Wüste und in den Bergen sind eigenartige Muster zuerkennen. Am PC 5 die gleiche Prozedur wie zuvor. Ich habe dann eine halbe Stunde geschlafen und weiter ging es durch die Wüste. 2 meiner französischen Freunde konnte ich am Horizont sehen und später einholen. Gemeinsam sind wir dann in die 2 Nacht gelaufen. Auf dem Weg zu PC 6ist dann das eingetreten, was ich oben bereits beschrieben habe. Im Dunkeln sind wir geradeaus laut GPS über ein Geröllfeld, wobei abseits davon eine Fahrspur gewesen wäre.
 
Am PC 6 wurden die letzten Blasen behandelt. Ich habe gegessen und bin dann mit einem Amerikaner weiter zu PC 7.Laut roadbook war auf dieser Etappe ein Paß zu bewältigen, der als schwierig gekennzeichnet war. Nach dem Verlassen des Zeltes ging es sofort eine Sanddüne steil hinauf. Im Dunkeln weiss man nicht, wie hoch und wie lange man klettern muss. Oben angekommen, ging es dann über ein Plateau. Hier hatten wir Glück,dass ein Weg im Dunkeln zu erkennen war und wir diesem nur folgen brauchten.Wir kamen gut voran, mussten aber aufpassen und stolperten öfters über Steine.Mit Blasen an den Füßen ist das besonders toll. Irgendwann erreichten wir dann den Paß und begannen mit dem Abstieg. Teilweise war dies eine richtige Kletterei. Nach einigen Metern standen wir auf einem Absatz und vor uns ging es tief herunter. Das Ende konnten wir in der Dunkelheit nicht sehen, aber unser GPS sagte noch 100 m bis zum PC 7. Ich bin dann noch in die Seiten des Absatzes geklettert, um den möglichen Weg zu finden. Dabei rutschten einige lose Steine nach unten und ich musste darauf achten, selbst nicht mit zurutschen. Mein amerikanischer Mitläufer meinte dann, wir müssen wieder rauf. Ich war gar nicht begeistert, aber schließlich kletterten wir wieder bergauf. Dabei fiel mir auf,dass kein einziger Fußtritt im Sand vorhanden war und, wenn bereits mehrere Läufer vor uns diesen Weg genommen hätten, keine lockeren Steine mehr vorhanden sein müssten. Ein Stück weiter oben kam mir der Gedanke, dass wir in einer Schlucht sind und eine Schlucht kein Paß ist. So war es auch; oben angekommen fanden wir nach kurzem Suchen den Weg, den wir im Hellen sofort gesehen hätten.Nach 1,5 Stunden Kletterei waren wir wieder auf dem richtigen Weg. Am PC 7 brauchte ich meine Füße nicht behandeln lassen, weil sich keine neuen Blasen mehr gebildet hatten. Das war auch nicht mehr möglich, da 9 von 10 Zehen, beide Fußballen und die Fersen bereits behandelt waren. Ich habe dann 1 Stunde geschlafen, etwas gegessen und bin dann weiter.
 
Da ich vor dem Paß meine Stöcke ausgepackt hatte, konnte ich diese jetzt auch nutzen. Der Weg war teilweise glatt, aber teilweise lagen auch lose Steine herum. Die Kunst der Fortbewegung bestand jetzt darin, möglichst sanft auf die Erhebungen zu treten, um die Fußballen und Fersen zu schonen und sich unnötige Schmerzen zu ersparen. Weit vor mir konnte ich dann meine beiden französischen Freunde wieder sehen. Sie waren diesmal in Begleitung einer Mitläuferin. Irgendwann habe ich die 3 dann erreicht. Kurz danach, die beiden Franzosen vorne weg und hinter mir die Mitläuferin, stöhnte diese plötzlich auf und hatte so eine Art Hexenschuß. Sie konnte sich nicht mehr richtig aufrichten und lief mit krummen Rücken weiter.Eine Unterhaltung war nicht möglich, da sie nur französisch sprach. Die 2 Jungs vorne bekamen davon nichts mit und gingen flott weiter. Das Mädel lief dann immer einige Meter, blieb stehen, dehnte sich und weiter ging es, kurz bevor ich sie erreicht hatte. Ich schaute auf mein GPS und stellte fest, dass zum PC8 noch 5,5 km Wegstrecke lag. So ging das fast 1 km, wobei die Laufintervalle immer kürzer wurden. 4,5 km vor PC 8 erreichte ich dann das Mädel und konnte ihr verständlich machen, dass dies so nicht weitergehen kann. Ich gab ihr meine Stöcke und nahm dafür ihren Rucksack. So ging es dann weiter. Das Mädel voran und ich hinterher. Irgendwann tauchten dann die beiden Jungs seitlich auf, weil sie sich verlaufen hatten. So sind wir dann bei PC 8 eingetroffen. Hier habe ich dann meine Schuhe gar nicht ausgezogen. Wozu auch? Die Gefahr bestand, nicht mehr in die Schuhe  zu kommen. Das Mädel und ich einigten uns darauf, so weiter zu gehen. Dazu schnallte ich ihren Rucksack, den ich bisher in der Hand getragen hatte, an meinen an und es ging weiter. Nur noch 25 km bis zum Ziel.
 
Das Mädel setzte sich dann um einige Meter links von mir versetzt ab und so ging es dann die nächsten  km geradeaus durch die Wüste. Irgendwann sah ich dann, dass bei dem Mädel ein Jeep hielt und die Leute ausstiegen. Nachdem ich einige 100 m gegangen war und es dort nicht weiterging, beschloss ich, in diese Richtung zu gehen und zu sehen, was los war. Beim Erreichen des Jeeps wurde ich den zweiten Rucksack wieder los. Es war wohl vereinbart worden, dass das Mädel mit ihrem Rucksack weiter läuft, wobei alles Überflüssige hinaus genommen wurde.Aber Wasser und Essen landete alles im Jeep. So sind wir dann getrennt weiter;das Mädel mit meinen Stöcken. Die Strecke zog sich unendlich lange. Ich schaute auf´s GPS und die Meter schienen nicht weniger zu werden. Unterwegs brach ich mir noch einen vertrockneten Stab ab, den ich als Stock nutzte.
 
Bei PC 9 waren nur Helfer; das Mädel war bereits weiter. Ich legte mich eine halbe Stunde hin und ließ die Schuhe an. Vor dem Weitergehen lief ich mir noch den Weg durch die jetzt beginnenden Dünen erklären; immer der Fahrspur nach und nicht abschwenken.Gesagt, getan bin ich dann weiter. Irgendwann kamen dann von links erst ein einzelner, dann mehrere Läufer, überquerten die Fahrspuren und liefen rechts weiter. Ich überlegte, ob ich folgen soll, entschied aber, weiter der Fahrspur zu folgen. Kurze Zeit später stellte ich fest, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Die Läufer rechts mussten durch immer höhere Dünen und der erste kam wieder zurück in meine Richtung. 4 km vor dem nächsten GPS Punktstanden dann einige Helfer und sagten mir, am nächsten GPS Punkt geht es rechts weiter der Fahrspur. So ging es weiter. Je näher ich dem Punkt kam, desto weiter verlief die Fahrspur nach links. 200 m vor dem Punkt habe ich dann entschieden, die Richtung nach rechts zu ändern, um an zukürzen. Zuerst waren die Dünen flach und man konnte sie durch die Täler umlaufen. Plötzlich war ich mitten in den hohen Dünen. Das GPS zeigte 300 m zum Punkt an, ich konnte die Straße sehen und einen Läufer, der dort unterwegs war und kam selbst nicht weiter voran. Es ging nur steil rauf und runter und ein Umlaufen war auch nicht mehr möglich. Zudem blies der Wind den Sand heftig durch die Dünen. Ich fing an, mich zu ärgern, warum ich nicht die paar Meter auf der Fahrspur geblieben war. Aber das nützte jetzt auch nichts mehr. Ich konnte mehr oder weniger umdrehen oder weiter. Ich stellte den nächsten GPS Punkt ein in der Hoffnung, dann wieder einigermaßen richtig zu sein. War nichts! Der nächste Punkt und damit der vorletzte => 250 m vor dem Ziel. Das GPS zeigte 1 km an, aber mitten durch die hohen Dünen. Mein Adrenalinspiegel stieg an. Vor Wut habe ich mit dem Stock auf den Boden geschlagen und der Stock brach entzwei. Mittlerweile war das Adrenalin so gestiegen, dass ich mit Wut im Bauch wieder laufen konnte. Also bin ich die Dünen rauf und runter. Der Sand rieselte nur so in meine Schuhe. Sch...egal. Dann sah ich einige Fußspuren und wusste, ich war nicht der einzige blöde, der abkürzen wollte. Laut GPS hatte ich zwar die richtige Richtung, allerdings zu weit rechts. Die letzte hohe Düne war geschafft! Ich konnte das Ziel sehen. Auch den Läufer von vorhin. Dieser konnte mich auch sehen und begann sofort los zu laufen. Ich bin dann über das letzte Sandfeld gelaufen und konnte sehen, wie der andere Läufer links abbog und ich zu weit rechts war. Von der Geländeerkundung vor dem Start wusste ich, dass es ein Loch im Zaun gab und ich den ganzen Weg nicht zurück musste. Mit Hilfe eines Helfers, der in der Nähe stand, habe ich das Loch recht schnell gefunden.Ich bin dann durch auf das Gelände, über ein bewässertes Beet und konnte nicht verhindern, dass der andere Läufer 50 m vor ins Ziel lief.
 
Ausgepowert vom Schlussspurt kam ich ins Ziel, setzte mich hin und trank meine Dose Cola, die ich die ganze mitgetragen hatte. Ein Läufer, der schon länger im Ziel war, öffnete meinen Rucksack und kassierte die Notfallrakete ein. Das Mädel, das meine Stöcke genutzt hatte,hatte eine Mitläuferin gebeten, mir die Stöcke zurück zu geben. Das Mädel selbst saß im Sanizelt neben dem Ziel. Wir drücken uns kurz, es wurden ein paar Fotos gemacht und ich ging wieder hinaus. Nach 10 Minuten habe ich mich verabschiedet, ließ mir meine Zeit 57: 13:33 geben und bin zum Zelt. Dort habe ich genau überlegt, was ich benötige zum Waschen und bin los. Zurück zum Zelt habe ich die Schuhe und Strümpfe vorsichtig ausgezogen, ein anderes Paar Socken an und mich zum Schlafen in den Schlafsack gelegt. Nach 2 Stunden wurde ich vor Schmerzen wach.Das Adrenalin wirkte nicht mehr. Ich stand auf, ging etwas essen, setzte mich in den Zielbereich und später bin ich dann zurück ins Zelt.
 
Irgendwann in den frühen Morgenstunden ist dann mein Zeltpartner gekommen.
 
Den Freitag habe ich dann allmählich die Füße von den Tapes befreit und mich ausgeruht. Samstag stand dann eine Besichtigung der nahe gelegenen Stadt an und gegen Abend gab es die Siegerehrung. Am Sonntag Morgen gegen 1.00 Uhr ging es dann mit dem Bus zurück zum Flughafen in Begleitung der Tourismus Security.
 
Wolfgang O.

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The North Face® Ultra-Trail du Mont-Blanc® 3. Tag

 
Nun ist es schon Sonntag und ich bin seit über 30 Stunden unterwegs. Von Champex-Lac geht es erst einmal ein Stückchen runter, um dann wieder in einen grauenhaften Anstieg überzugehen. Es geht zur  Alp Bovine hinauf, und das wieder mit über 700 Höhenmetern. Hier setzt dann auch teilweise meine Denkmaschine aus, ich weiß nicht mehr, sind es noch 3  oder nur noch 2 Pässe die ich von der Alp aus überklettern muss.  Bei 2  Bergen liege ich noch gut in der Zeit. Bei 3 Bergen… aber soweit kann und will ich nicht mehr rechnen.  Habe ich noch auf den letzten 30 Kilometern vor Champex-Lac  viele Läufer am Wegesrand liegen oder sitzen sehen,so wird es ab hier damit merklich weniger, um nicht zu sagen, selten. Ich glaube diese 123 Kilometer sind ein magischer Punkt.
 

 

 
Wenn ich bergauf gedacht habe, der Steig ist grauenhaft, so weiß ich bergab nach Trient nicht mehr, wie ich es nennen soll.  Der Abstieg hangelt sich über nur 4 Kilometer, über die vorher genannten 700 Meter , rasant nach unten, Richtung Trient. Irgendwo ist jetzt immer ein Schmerz, meistens sind es die Füße, die jetzt nach und nach anschwellen und den Blasen keinen Platz mehr lassen.Überall drückt und pickst es in den Füssen. Aber ich bin ja freiwillig hier. Und außerdem, rede ich mir ein, könnte alles schlimmer sein.  
In der Kontrollstation Trient sehe ich dann endgültig auf einer Tafel, das ich nur noch 2 Pässe bis nach Chamonix vor mir habe.  Bis hierher habe ich ungefähr 4 Stunden gut, auf die Deadline in Trient, und es  sind keine 30 Kilometer mehr bis zum Ziel. Wenn ich mich durch Blödheit nicht selber aus dem Rennen schieße, kann mir das finishen keiner mehr nehmen.  Aber gemach, es sind ja wie gehabt noch 2  Pässe zu überwinden. Der nächste GENUSS kommt auch direkt nach dem weiterlaufen. Bis zum Le Catogne  sind es 780 Höhenmeter, die aber nur auf 4,8 Kilometer verteil sind. Also steil bis zum geht nicht mehr. Für diese eigentlich lächerliche Distanz benötige ich 2 Stunden und 10 Minuten und bin wieder einmal total fertig,  als  ich den Gipfel erreiche. Jetzt beginnt der vorletzte Abstieg und ich bin wieder in Frankreich.
Vallorcine ist wiederum Kontrollstation mit Deadline. Aber darum brauche ich mir jetzt keine Sorgen mehr zu machen. Mehr Gedanken mache ich mir über den letzten Berg, den Achim ja als den „schlimmsten“ angekündigt hat.  Von Vallorcine auf den La Tête au vent rauf sind es 900 Meter. Aber auch diese sind auf nur 7,5 Kilometer verteilt. Denkt man. Und ich auch. Aber weit gefehlt. Von Vallorcine aus geht es erst einmal flach und dann gemächlich bergauf. Der Weg führt an einer Bahnlinie entlang,über eine Straße….. und dann ist der Schock da. Von hier aus sehe ich die Läufer, wie sie mühsam den Weg nach oben gehen. Steile Stufen, steile Felsen und die Serpentinen nehmen kein Ende. Ach wäre ich doch schon da, wo der letzte Läufer zu sehen ist. Aber alles flennen hilft nichts, rauf muss ich da, sonst ist das finishen im A…..Für dieses fiese Teilstück nehme ich mir jetzt hier unten vor, es ganz langsam anzugehen. Und so mache ich es auch. Ich bleibe häufiger stehen und fotografiere. Ich lasse ganz bewusst die Landschaft auf mich einwirken und lege so Meter für Meter zurück. Es ist nicht zu beschreiben,wie hart dieser letzte Knappen ist. Und auch die List der Berge zeigt sich hier wieder. Kaum denke ich, ich habe den Gipfel erreicht, geht’s auch schon um eine Kurve zum nächsten Anstieg. Aber dann, aber dann, aber dann.
Es sind nur noch 10 Kilometer bis nach Chamonix und das fast nur noch bergab. Na gut, der Weg hinunter war auch kein Zuckerschlecken. Ich merke auf diesen letzten Kilometern, dass die Konzentration und Koordination doch erheblich gelitten haben. Konnte ich vor 3 Bergen noch einigermaßen nach unten laufen, so wird es hier zum Spießrutenlauf. Also, Tempo raus und im Wanderschritt nach Chamonix. Nur nichts mehr riskieren. Das ein oder andere Mal lasse ich mich von einem Läufer, der mich überholt, dazu verleiten in den Laufschritt zu fallen. Aber jedesmal nach 100-200 Metern setzt die Vernunft wieder ein. Ich gehe dann wieder wandern. Und schließlich ist es soweit. Chamonix ist ganz nah, der Ort kommt immer näher, es stehen auch wieder mehr Menschen an der Strecke und jubeln und Läufern zu.  Vom Ziel  ist schon Musik und der Ansager zu hören. Das Gänsehautgefühl setzt bei mir ein. Ich falle wieder in einen Laufschritt, ich bin wie beflügelt. Am Ortsrand wartet Tom auf mich. Damit habe ich nicht gerechnet. Er läuft den letzten Kilometer neben mir und begleitet mich mit laufender  Kamera ins Ziel. Was für ein Abschluß. Sonst bin ich immer derjenige, der beim Laufen die Bilder macht und hier wird mein gesamter Lauf durch Chamonix gefilmt. „Grauenhaft“ , wie sehe ich aus? Kann man so etwas überhaupt veröffentlichen? Das sind Gedanken die in Sekunden vorbei ziehen. Doch dann überwiegt das Glücksgefühl. Ich laufe um einige Kurven, sehe das Ziel und die Hormone schießen nur so in den Körper, ich bin den Tränen nahe. Und dann bin ich da. Ich habe es wirklich geschafft. Was vor Monaten nur ein Gedanke war, ist Wirklichkeit geworden. Ich habe den UTMB gefinisht. Ich sehe es, spüre es auch am ganzen Körper, kann es aber noch nicht fassen.
 
ruli
 


 

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polar