Ich habe ihn verflucht, stellenweise mich dafür gehasst und mir geschworen, nie mehr nach Chamonix zurück zu kehren und den UTMB als eine außergewöhnliche und wichtige Erfahrung in meiner Läufervita abzuspeichern. Trotz der erfolgreichen Teilnahme am UTMB 2009, wollte ich dem Mont Blanc für immer den Rücken zukehren. Doch dann kam Carsten und mit ihm nach der erfolgreichen Teilnahme am gax scania, einem Nontstop-Rennen von rund 260 Kilometer durch Schweden im letzten Jahr auch die Idee, es doch einmal gemeinsam beim PTL zu probieren. Nun ist es so weit und ich weiß nicht, ob die Freude oder die Angst überwiegt. Das Schicksal hat uns diesen Startplatz beschert und so werde ich wieder nach Chamonix reisen und Angesicht zu Angesicht den Mont Blanc ein weiteres Mal herausfordern. Dieses Mal unter noch extremeren Bedingungen. Der Veranstalter spricht von rund 300 Kilometern und 24.000 Höhenmetern bei einem Zeitlimit von 138 Stunden. Ob das zu schaffen ist? Ich habe keine Ahnung! Die Zweifel überwiegen, insbesondere weil ich mich bergab schwer tue und wirklich nicht der beste Kletterkünstler bin. Dem mögen die fünfmaligen Teilnahmen am Transalpine-Run widersprechen, aber das Gebirge rund um den Mont Blanc spricht eine andere Sprache. Während sich in meinem Hinterstübchen die Gedanken langsam mit dem PTL anfreunden, weiß mein zukünftiger Teamkollege noch nichts von der neuen Herausforderung. Carsten tummelt sich gerade im Off auf Skitour durch Lappland. Ich bin gespannt, was er dazu sagen wird. Mit dem PTL im Hinterkopf läuft es sich beschwerlicher. Regelmäßige Herausforderungen stärken das Bewusstsein. In diesem Sinne folgte eine Drei-Stunden-Einheit auf die Burg Frankenstein bei mittäglicher Frühsommerhitze. Gleich einmal das Dehydrieren geübt, denn irgendwie war zu wenig Wasser im Trinkrucksack. Übrigens ein Relikt aus UTMB-Trainingszeiten, der sich für lange Einheiten bestens eignet. Am Ostermontag folgte dann ein schneller 25er. Beim Osterlauf in Jügesheim hätte ich fast den Start verpasst, weil das große Startbanner für die zehn Kilometer-Strecke gedacht war. Die "Langstreckler" starteten an einem weißen Kreidestrich 150 Meter vom Banner entfernt. Brettflache Strecke durch´s nahe gelegene Waldgebiet, da ist die Zeit nicht so wichtig und trotzdem freute ich mich über 2:03 bei Hitze. Im Ziel wartete schon die Liebste, die in den Genuss kam, vor dem großen Startbanner die zehn Kilometer Strecke zu absolvieren. Der Rest des Tages war überwiegend von Müdigkeit geprägt und von einem langen Spaziergang mit den besten Hunden der Welt. Eine gutes Training im Angesichts des PTL.
Der Ruf des weißen Berges
Gebirgsmarathon in Immenstadt
Der Immenstädter Gebirgsmarathon sollte mein letzter Lauf vor dem UTMB sein, sozusagen die Generalprobe für das Abenteuer, das am 28. August um 18:30 Uhr beginnt. Seit März habe ich mich intensiv darauf vorbereitet und im Zuge
dieser Vorbereitung einige Läufe absolviert.
Erst Rodenbach, dann Griesheim
Relativ spontan hatte ich mich entschieden in Rodenbach bei den Deutschen Meisterschaften über die 50 Kilometer zu starten. Eigentlich eher ausVerbundenheit zum SSC Hanau-Rodenbach und dem Organisationsteam um Harry Arndt. Aufgrund der Wolkenbrüche am Freitag und Samstag Vormittag hielt sich meine Lauflust in Grenzen. Auch auf der Fahrt zum Wettkampfgeschehen regnete es aus allen Poren des Himmels. Doch - oh Wunder - eine halbe Stunde vor dem Start schlossen sich die Schleusen. Nach der in Rodenbach üblichen Vorstellung der Favoriten auf den Titel und den Haudegen der Ultraszene fiel der Startschuss pünktlich um 10:00 Uhr.
Auf dem 10 Kilometer Rundkurs warten keine Zuschauermassen auf die Läufer. Geprägt ist die Atmosphäre von der Einsamkeit des Langstreckenläufers. Genügend Zeit also, in sich zu gehen. Die Verpflegungsstellen waren - wie nicht anders zu erwarten - vorbildlich besückt. Die ersten 20 Kilometer laufe ich konstant. Bei Kilometer 22 werde ich von dem Führenden überholt. Er sollte am Ende mit 3:03 das Rennen gewinnen. Bei Kilometer 25 tauchten dann die ersten Probleme auf. Möglicherweise eine kleine Überlastung des Knies. Aufgeben gilt nicht, also einfach mal weiterlaufen. Es waren ja nur noch 2,5 Runden zu laufen. Nach 32 Kilometern schließt ein Teilnehmer aus der M70 zu mir auf. Leichtfüßig und behende eilt er mir davon. Er sollte am Ende 3 Kilometer Vorsprung haben. Mittlerweile ließ sich auch mal die Sonne kurz blicken. Die letzte Runde war ein einziger Kampf. Ich wurde noch von ein paar Mitstreitern überholt und schließlich kam ich nach 4:39 ins Ziel. Zu Meisterehren bin ich natürlich nicht gekommen. Von den 220 Teilnehmer blieb Platz 135, aber eigentlich geht es darum ja nicht. Der Weg ist das Ziel. Das dachte ich mir auch am nächsten Morgen, als ich am Start zum 38. Griesheimer Straßenlauf stand. Gestern noch Einsamkeit, heute Stimmungskanonen wo man hinschaut. Die ersten Kilometer muss ich mich erst einmal warm laufen. Nach den ersten zehn Kilometern der Halbmarathonstrecke zeigt meine RS800CX 53:25 Minuten. Eine Zeit unter 1:50h wäre angesichts der gestrigen 50 Kilometer der Kracher. Also erhöhe ich das Tempo und damit auch die Herzfrequenz von 155 auf 165 Schläge pro Minute. Mich packt der Ehrgeis. Das Wetter ist einfach nur herrlich, die Stimmung fantastisch und ich habe wieder richtig Lust zu laufen. 2 Kilometer vor dem Ziel zeigt der Laufcomputer 1:40 und eine Herzfrequenz von 170. Egal, jetzt wird gerannt was das Zeug hält. 500 Meter vor dem Ziel überhole ich noch einen Polarkollegen und erreiche im Schlusssprint mein Ziel. Die Stoppuhr bleibt am Ende bei 1:49:50 stehen. Der erste Härtetest im Rahmen meiner Vorbereitung zum UTMB ist gelungen. Mit meinem Start vom Montag beim Osterlauf in Rodgau Jügesheim über die 25Km komme ich so auf 96 Wettkampfkilometer. Mal sehen, ob es so weitergeht.
Foto:www.zoeller-foto.de
Auf dem 10 Kilometer Rundkurs warten keine Zuschauermassen auf die Läufer. Geprägt ist die Atmosphäre von der Einsamkeit des Langstreckenläufers. Genügend Zeit also, in sich zu gehen. Die Verpflegungsstellen waren - wie nicht anders zu erwarten - vorbildlich besückt. Die ersten 20 Kilometer laufe ich konstant. Bei Kilometer 22 werde ich von dem Führenden überholt. Er sollte am Ende mit 3:03 das Rennen gewinnen. Bei Kilometer 25 tauchten dann die ersten Probleme auf. Möglicherweise eine kleine Überlastung des Knies. Aufgeben gilt nicht, also einfach mal weiterlaufen. Es waren ja nur noch 2,5 Runden zu laufen. Nach 32 Kilometern schließt ein Teilnehmer aus der M70 zu mir auf. Leichtfüßig und behende eilt er mir davon. Er sollte am Ende 3 Kilometer Vorsprung haben. Mittlerweile ließ sich auch mal die Sonne kurz blicken. Die letzte Runde war ein einziger Kampf. Ich wurde noch von ein paar Mitstreitern überholt und schließlich kam ich nach 4:39 ins Ziel. Zu Meisterehren bin ich natürlich nicht gekommen. Von den 220 Teilnehmer blieb Platz 135, aber eigentlich geht es darum ja nicht. Der Weg ist das Ziel. Das dachte ich mir auch am nächsten Morgen, als ich am Start zum 38. Griesheimer Straßenlauf stand. Gestern noch Einsamkeit, heute Stimmungskanonen wo man hinschaut. Die ersten Kilometer muss ich mich erst einmal warm laufen. Nach den ersten zehn Kilometern der Halbmarathonstrecke zeigt meine RS800CX 53:25 Minuten. Eine Zeit unter 1:50h wäre angesichts der gestrigen 50 Kilometer der Kracher. Also erhöhe ich das Tempo und damit auch die Herzfrequenz von 155 auf 165 Schläge pro Minute. Mich packt der Ehrgeis. Das Wetter ist einfach nur herrlich, die Stimmung fantastisch und ich habe wieder richtig Lust zu laufen. 2 Kilometer vor dem Ziel zeigt der Laufcomputer 1:40 und eine Herzfrequenz von 170. Egal, jetzt wird gerannt was das Zeug hält. 500 Meter vor dem Ziel überhole ich noch einen Polarkollegen und erreiche im Schlusssprint mein Ziel. Die Stoppuhr bleibt am Ende bei 1:49:50 stehen. Der erste Härtetest im Rahmen meiner Vorbereitung zum UTMB ist gelungen. Mit meinem Start vom Montag beim Osterlauf in Rodgau Jügesheim über die 25Km komme ich so auf 96 Wettkampfkilometer. Mal sehen, ob es so weitergeht.
Foto:www.zoeller-foto.de
soq.-Team startet beim The North Face Ultra Trail du Mont Blanc 2009
Das soq.-Team startet beim The North Face Ultra Trail du Mont Blanc 2009. Wie auch im vergangen Jahr ist für unser Team Rüdiger und Wolfgang am Start. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren und wir freuen uns auf viele spannende Fotos, Filme und Berichte. Erstmals wird das Team mit der Ciclo Sport Cam1 Brillencamera ausgestattet um die Tagebucheintragungen noch spannender gestalten zu können. Neu in diesem Jahr ist auch die Aufzeichnung der GPS Daten, die später im Blog über Google Earth verfolgt werden kann. Möglich gemacht wird diese Technik mit der neuen Polaruhr RS 800CX Multisport und dem dazugehörenden G3 GPS Sensor. Wir freuen uns auf spannende Berichte.Tom Tittmann
The North Face® Ultra-Trail du Mont-Blanc®
Nach 41 Stunden, 166 Kilometer und über 9000 Höhenmeter kam Rüdiger Littwin vom Team SOQ.de in Chamonix gut gelaunt und überglücklich es geschafft zu haben, im Ziel an. Normalerweise kennt man Bilder von Extremsportlern, die wie bei einem IRONMAN nach dem Zieleinlauf völlig erschöpft umfallen. Nicht so bei den Ultraläufern. Wir begleiteten unser Team Rüdiger und Wolfgang zum The North Face® Ultra-Trail du Mont-Blanc®. Der Montblanc ist der höchste Berg der Alpen mit 4.810 Metern inclusive der Eiskappe. Ohne diese beträgt die Höhe 4.792 Meter. Das gesamte Montblanc-Massiv gehört zu den Savoyer Alpen. Der Montblanc ist aufgrund seiner Höhe stark vergletschert. Im Norden fließt der Glacier des Bossons vom Gipfel bis auf 1420 Meter hinab der sich daraus ergebende Höhenunterschied von 3390 Metern ist der größte von einem Gletscher überwundene Höhenunterschied in den Alpen.Der Start der The North Face® Ultra-Trail du Mont-Blanc® ist auf der französischen Seite des Montblanc in Chamonix. Und wie es Rüdiger und Wolfgang auf Ihrem Run beim The North Face® Ultra-Trail du Mont-Blanc erging und was sie erlebt haben, berichten sie ab Dienstag den 02.09.2008 selbst. Von uns gibt es vorab schon einmal einige schöne Bilder. Der Film ist auch schon im Cut und wird in Kürze eingestellt. Reinschauen lohnt sich.


