Licht und Schatten beim WOMC Mountainbike Marathon in Offenburg
WOMC 2009: Auf durch die wilde Ortenau
| Schon als wir auf dem Parkplatz eines bekannten Filialisten für Heimwerker unser Basiscamp aufschlugen war er da - ein Hauch von Abenteuer. Vor uns die wilde Ortenau um Offenburg. Axel und ich stellten unsere Rösser auf, es traf uns der aggressive Blick der Carbonpferde. Dann ein kleiner Kompetenzkonter unsererseits. Vollprofimäßig nahmen wir unser Pannenspray und befestigten es mit Klebeband an der Sattelstütze unserer Räder – einen schönen Gruß von Sabine Spitz. Da standen die Herrschaften mit ihren Luftpumpen, Ersatzschläuchen und waren quasi entwaffnet. Gefährlich diese beiden Fremden. Mir fällt gerade der Name von Winnetous Pferd nicht ein, deshalb mache ich jetzt mal normal weiter. |
| Während unser Parkplatznachbar noch überlegte wo er seine Luftpumpe am geschicktesten anbringen sollte, rollten wir in die Offenburger Fußgängerzone wo um 9:30 Uhr der Startschuß zur 48 Kilometer Distanz fiel. Um 9.15 Uhr reihten wir uns dann in Startblock 5 ein und harrten der Dinge die uns erwarten würden. Ich muß sagen das wir als MTB Greenhörner gemischte Gefühle hatten. Die Strecke kannten wir, allerdings hatten wir keine Erfahrung wie es ist im Konvoe zu fahren. Knapp 750 Fahrer hatten sich für die 48 Kilometer Distanz entschieden, somit die Strecke mit den meisten Teilnehmern. Der Start war locker, kein Gedrängel und deshalb keine Sturzgefahr. Wir rollten auf einer breiten Straße nach Rammersweier und dann ging es ab in die Botanik. Schnell wurde mir klar das ab jetzt alles anders wird als im Training. Langsames bergauf fahren im Pulk, dann schnell antreten und durch eine Lücke schlüpfen. Schwierig einen Rhythmus zu finden. Immer schön bergauf erreichten wir die erste Verpflegungsstation "Zeller Brunnen", kurz danach splitteten sich die Strecken und wir bogen auf die 48er Route ab. Hier wurde es etwas enger, schlamiger und steiniger. Aufpassen war angesagt. Dann folgte eine Abfahrt und wir erreichten Durbach. Auf einem Schotterweg beabsichtigte mich ein anderer Fahrer zu überholen. Sein Fehler, ein Schlagloch später war er über seinen Lenker abgestiegen. Pech für ihn, schuld war er selbst. "Folge soq und alles wird gut". Nun folgte ein Anstieg über einen Weinberg der es in sich hatte. Axel und ich konnten auch hier einige Fahrer überholen, dass motivierte uns und als wir den Waldesrand erreichten begann Axel zu jubeln "Hurra - Schlüsselstelle geschafft". Es folgten eine Abfahrt bei der ich mein Hinterrad im Augenwinkel sah und eine langgezogene leichte Steigung und wir erreichten das "Brandeck Lindle". Hier, an der zweiten Verpflegungsstation, wollte ich eigenlich meine beiden Wasserflaschen austauschen allerdings waren die noch fast voll (wird später noch eine Rolle spielen). Okay, dann esse ich halt was. Einmal Squeezy Gel - Banane, danke die Dame. Auf dem nächsten Kilometer wurde ich Zeuge wie Axel mit der Verpackung kämpfte. Schaut echt albern aus. Zeit für solche Verküstelungen hatte er jetzt nicht mehr, auf zum "Hohen Horn". Hier wurde es nochmal eng. Einige Fahrer verhackelten sich, ein paar ungeplante Abstiege wegen Wandenkrämpfen, ich war so konzentriert und schon waren wir da. Jetzt kam eine steile, schotterige Abfahrt mit einigen Spitzkehren. Hier runter und bloß nicht stürzen. Der ein oder andere wählte auch hier wieder die Variante: Runter, so schnell wie möglich und einen schönen Gruß von der Bergwacht. Axel hatte eine gute Position, als wir über Rebwege Fessenbach erreichten sah ich ihn 200 Meter vor mir, also gab ich Gas und wir bogen gemeinsam ins Riedle ab. Eine Kurve später waren wir in einer anderen Welt: Samba, Menschenmassen – was für eine Kulisse. Ich nahm die linke Spur und gab Gas. Die Verpflegungsstation spielte keine Rolle. Jetzt nur die langgezogene Steigung rauf und alles ist geschafft. Als ich den Barfußpark passiert hatte konnte ich den Axel nicht mehr sehen. Okay, langsam fahren und warten und mal was trinken. Irgendwann sah ich ihn dann winken. Also los, ein kurzer Waldweg auf dem ich mich als Gentleman beweisen konnte. Für eine Fahrerin wählte ich den Matschweg, so blieb ihr schönes Assos-Trikot fast unversehrt. Dafür kassierte ich viel Lob von ihr. Als soq-Teamfahrer Tino Offenburg wohl gerade erreicht hatte bin ich mit der Tageshöchstgeschindigkeit von 65 km/h an der Weltcup-Strecke in Rammersweier vorbei gefahren. Ab über eine Wiese und den letzten Hügel rauf (ich glaube Schützenhaus), dem Assos Mädel beim überholen winken und über Feldwege auf Offenburger Stadtgebiet. Ich war jetzt so fokussiert und bemerkte nicht, dass ich den Axel am letzten Hügel verloren hatte. Rein in die Offenburger Fußgängerzone und er hatte mich doch noch eingeholt. Endlich – gemeinsam über die Ziellinie bei 2:45 Std. Für uns ein Erfolg, wir rechneten mit knapp unter/über 3 Stunden. Erstmal in den Schatten setzen und meine Wasserflaschen lehren, posen für soq.tv und Tom meine Eindrücke schildern. Als wir dann mit unseren Angehörigen in Richtung Marktplatz gingen bemerkte ich ein kribbeln in Fingern und Beinen. Ich wurde wohl schlagartig bleich und musste mich erstmal flach in den Schatten legen(Devise für das nächste Rennen: Essen und trinken nicht vergessen!). Als meine Freundin mit den Maltesern und einer Infusion drohte (sie ist Rettungsassistentin), raffte ich mich auf und benutzte den Stadtbrunnen zur Erfrischung und es ging wieder einigermaßen. Fazit: Eine tolle Veranstaltung zu der man dem Veranstalter Jörg Scheiderbauer nur gratulieren kann. Er hatte es ja dieses Jahr nicht leicht. Nach dem harten Winter kamen die Waldarbeiter mit dem Holztransport schlecht voran, sodass die Strecken erst wenige Tage vor Rennbeginn komplett frei waren. Dazu noch die Sache mit den WOMC Trikots, die wegen Seepiraterie nicht pünktlich zum Rennen verfügbar waren und nachgeliefert werden müssen. In Offenburg sollten sie ihn mit der Sänfte und Palmwedeln durch die Stadt geleiten und ihm dankbar sein das er die Stadt auf die sportliche Landkarte mit seinen Veranstaltungen katapultiert hat. Ich bin nächstes Jahr sicher wieder dabei und nicht nur da... Grüße Sascha www.scheiderbauer.com |
Platz 1 für das soq.de Team beim Worldclass Marathon in Offenburg
Heute schon paniert?
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Am 17.05. ist es soweit: Die Worldclass Mountainbike Marathon Challenge in Offenburg findet zum sechsten mal statt. Und wieder eine Premiere für mich – ein Mountainbike Rennen. Um in den flow zu kommen habe ich mich eine Woche im Offenburg- nahgelegenen Oberschopfheim im Elternhaus meiner Freundin einquatiert, um auf der Strecke zu trainieren. Ich starte zusammen mit Axel Huck auf der 48 Kilometer Distanz. Okay, nach Rammersweier ab in die Botanik und alles war Matsch. Die Witterung der letzten Tage hatte ganze Arbeit geleistet. Es wird schlammig werden in diesem Jahr. Die Strecke ist schön und es war endlich möglich sie mal komplett ab zu fahren. Letzte Woche waren doch einige Passagen wegen Holzabtransport Arbeiten gesperrt – das Baumstammersteigen hat ein Ende. Den genervten Blicken der Waldarbeiter entnehme ich, dass hier dieses Jahr schon das ein oder andere böse Wort gewechselt wurde. Die Strecke bietet alles was der Mountainbiker braucht: Rauf, runter, Matsch, Schotter, Forstweg (Harald erklärt das im Transalpin Run Clip 2008 ausführlich), Straße und Wiese. Auf der Strecke wechselte ich hier und da ein paar Worte mit Teilnehmern. Alle fiebern auf das tolle Event veranstaltet von Jörg Scheiderbauer der Offenburg mit seinen Veranstaltungen (meiner Meinung nach) aus dem sportlichen Dornröschen-Schlaf erweckte. |
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| Bis demnächst! Euer Heinz Sielmann aus der soq Redaktion. „God save the Feuersalamander“ Sascha www.scheiderbauer.com |







