Als ich eine halbe Stunde später wie geplant im Ziel eintraf waren meine ersten Worte zu meinem Schwiegervater in Spe "das war der absolute Tiefpunkt, ich bin völlig deprimiert". Am liebsten wäre ich im Boden versunken. Im "Läuferbackstagebereich" stellte ich mir nochmal die gleiche Frage, die ich mir schon auf der Strecke gestellt habe: "Wie konnte das passieren?", meine Laune besserte sich schlagartig als ich von meiner Familie in Empfang genommen wurde. Doch jetzt beginne ich mal am Anfang...
Um 11:10 Uhr startete ich mit großen Erwartungen. 14 Wochen gutes Training, normale Nervosität - heute gilt es die 3 Stunden Barriere zu knacken. Letztes Jahr bin ich knapp gescheitert, ich würde heute dem Wind und der Erschöpfung auf den letzten Kilometern trotzen. Es war heute sehr warm (25° Grad, Sonne), eigentlich habe ich mit Hitze weniger Probleme als mit Kälte. Vom Start weg lief ich wie ein Berserker los. Im Läuferwirrwarr musste ich darauf achten nicht gleich zu stürzen, neben mir ist hat es sofort einen Läufer erwischt. Nach drei Kilometern war ich auf gutem Halbmarathontempo, mein Puls war viel zu hoch (irgendwo bei 175). Ich habe das Tempo etwas verlangsamt und schon bald kamen die 3 Std. Pacemaker von hinten. In diesem Trupp, inklusive der führenden Frau, habe ich mich eingereicht. Das Tempo war sehr flott. Mein Puls war immer noch zu hoch. In den Trainingswochen hatte sich ein 165er Puls bei Zeiten zwischen 4:08 und 4.12 eingepegelt, allerdings bei Temperaturen bis max. 15°. Frei nach meiner Devise "beim Wettkampf geht immer mehr", blieb ich dran. Es würden noch Erholungspassagen, wie Häuserschluchten (im Schatten laufen) und Gefälle (Herdern), kommen. Bei der ersten Innenstadtrunde war ich bester Laune, meine Freundin hatte ein Plakat für mich gemalt und die Tröten machten gehörig Lärm. Nach einer Getränkestation bemerkte ich ein ziehen in der Bauchgrube, bei einem Trainingslauf würde ich jetzt Tempo rausnehmen, hier wollte ich den Kontakt zu den Pacemakern nicht verlieren. Ich verlor 20 Meter, konnte dann aber wieder aufschliessen als der Schmerz vorbei war. Jetzt war ich mir sicher, heute bin ich superstark. Der Puls war immer noch zu hoch.
Am Ende der ersten Runde führt die Strecke über eine Eisenbahnbrücke, hier machten sich meine Beine bemerkbar. Ein kurzer Gedanke rechts in Richtung Halbmarathonziel abzubiegen war da. Jedoch konnte ich meinen Anhang in der Stadt nicht erreichen. Die würden sich Sorgen machen, also weiter. Mein Körper erholt sich schnell wieder, habe ich auch trainiert. Der Niederschlag kam zu Beginn der zweiten Runde. Ich hatte die Halbmarathondistanz mit 1.30.00 beendet. Es war davon auszugehen, dass ich nicht nochmal so eine Runde schaffe, also war die 3 Std. Schallmauer passè. Mein Puls war zu hoch, die Beine schmerzten und die Pacemaker inkl. Führungsfrau enteilten mir. Alleine im Gegenwind, hier war das Rennen für mich eigentlich schon beendet. Ich werde langsam weiter laufen, vielleicht erhole ich mich wieder und kann das Tempo wieder steigern. Hinzu zur körperlichen Erschöpfung kam jetzt die Psyche, andere Läufer überholten mich. Ich werde noch bis zu meinen Leuten in der Innenstadt laufen und dann eventuell abbrechen. Im Kopf startete bereits die Rennanalyse. In der Innenstadt angekommen lief meine liebste ein paarhundert Meter mit und feuerte mich nochmal an, recht hat sie. Ich habe für die komplette Scheiße bezahlt, dann werde ich mir das Ding auch reinziehen - Zeit egal, finishen ist angesagt! Während der kompletten zweiten Runde hörte ich die Sirenen der Rettungswagen, viele Läufer konnten nur noch gehen, hier war heute nichts normal.
Egal, nach einer zermürbenden zweiten Runde, für die ich über 2 Std. benötigte überquerte ich mit einer Zeit von 3.30.59 die Ziellinie. Beim betrachten der Ergebnisse, ärgerte ich mich nochmals. Ich wurde zum besessenen meiner angestrebten Zielzeit. Bei den rasant gestiegenen Temperaturen war die Zeit einfach nicht drin, drum hätte ich darauf und meinen Puls achten sollen. Bei richtiger Einteilung wäre eine Zeit zwischen 3.08 und 3.10 realistisch gewesen, somit eine Top 50 Platzierung. Laufen ist eine Outdoorsportart und findet nicht unter Optimalbedingungen im Labor statt (zum Glück). Wahrscheinlich musste diese Negativerfahrung sein. Im nachhinein bin ich froh gefinished zu haben (Meine Referenzfrau musste nach 30 Kilometern aufgeben), ca. 600 Marathonstarter gaben auf oder liefen spontan als Halbmarathonfinisher ins Ziel. Viele kollabierten, einer musste im Ziel wiederbelebt werden. Der Freiburg-Marathon 2011 wird als "die Hitzeschlacht" in die Geschichte eingehen.
Ich greife im Herbst nochmal auf der Marathondistanz an. In dieser Woche heisst der Zauberbegriff "aktive Erholung", dann stelle ich mein Trainingsplan auf Halbmarathon um. Am 8. Mai starte ich beim Offenburger Halbmarathon.
Lustig: Dank dem Damenführungsrad habe ich es nicht in die Printausgabe der Badischen Zeitung (4. April) geschafft. Auf dem zugehörigen Clip komme ich bis zur Hüfte vor (grüne Schuhe). Ein sehr unvorteilhaftes Foto gibt es bei der Badischen unter "Marathongesichter". Haha, meine Präsenz in der lokalen Presse ist noch deutlich ausbaufähig.
Bis bald,
Das Training war geschafft, die Plakate waren bemalt - Freiburg-Marathon 2011
Der 2. Schlossberglauf in Freiburg
Die Wettkämpfe und extremen Temperaturen der letzten Wochen hatten mich ein wenig aus dem Trainingstakt gebracht, deshalb war ich nicht besonders wild nach einem Wettkampf. Geht es allerdings um den Freiburger Schlossberglauf schaut das ganz anders aus. Laufen auf schöner Strecke an meiner alten Wirkungsstätte und dazu noch ein Fest - klar das ich dabei war. Zeitig begab ich mich auf den Kanonenplatz (Start/Zielbereich), um Vorstarthektik zu vermeiden. Letztes Jahr war der Ansturm von Nachmeldern so groß, dass es den Veranstalter auf dem "linken Fuß" erwischte und der Lauf erst mit Verzögerung gestartet wurde. Heuer war Alexander Lang (Veranstalter vom Schauinslandkönig) himself für den Schlossberglauf zuständig. Klar das den Läufern dieses Jahr ein professionelles Zeitnahmesystem zur Verfügung stand und weil der Herr dem Radsport sehr nah steht wurde der ganze Event noch um ein MTB-Rennen am Folgetag bereichert (nicht zum Schaden des soq-endurance Teams).
Leider spielte der Wettergott der Auftaktveranstaltung nicht ganz in die Karten. Weniger Zuschauer und Teilnehmer als im Vorjahr fanden den Weg auf den Freiburger Stadtberg. Sicher konnten einige Laufbegeisterte berufsbedingt (Donnerstag, 18 Uhr) nicht dabei sein. Den Studenten kann's egal sein, die haben Zeit :-)
Mit Markus Bär und Roland Krams (beide Challenge Teilnehmer) begab ich mich an den Start. Gutes Gefühl mal im Team unterwegs zu sein, in der Regel bin ich in der Ortenau immer als Einzelkämpfer unterwegs. Um Punkt 18 Uhr war dann Start und die Läuferschar begab sich auf drei Runden (Gesamtstrecke ca. 9,2 Km) um den Schlossberg. Wie zu erwarten sah ich von Markus nur noch die Hacken. Die Strecke ist vom Start aus ansteigend. Wichtig ist hier das Pulver nicht gleich zu verschiessen, damit die Kanone nicht schon nach der ersten Runde leer ist. Nach dem ersten Anstieg fühlte ich mich etwas ausgepowert, jetzt war es wichtig ökonomisch die erste Abfahrt runter zu kommen. Immer schön auf Waldboden den Puls etwas runter fahren und dabei nicht zu langsam sein. Der nächste Abschnitt war dann Asphalt, eine kurze Rampe rauf und dann flach bis abschüssig wieder zurück auf den Kanonenplatz. Hin und wieder überlegte ich mir ob ich das Rennen vielleicht etwas zu schnell angegangen war, denn der Roland war irgendwo hinter mir. Vorbei an Fressbuden ging es dann in Runde zwei. Plötzlich schoss Roland an mir vorbei, was mich beruhigte. Dennoch war Runde zwei meine langsame Runde. Ich hatte das Gefühl Kräfte für die Schlussrunde bündeln zu müssen. Jetzt machte sich auch mein Cap bezahlt, denn es fing an zu regnen. Auf dem letzten Drittel habe ich es einfach nochmal rollen lassen, so konnte ich noch einen Läufer vor dem Ziel abfangen, denn ich wollte ja schneller als im Vorjahr sein. Bei 37:12 Minuten überquerte ich die Ziellinie. Nur 9 Sekunden schneller als 2009, allerdings war die Strecke länger :-)
So belegte ich Platz 39 gesamt und in der AK Platz 16 in einem starken Feld. Weil das Schlossbergfest nicht so richtig starten wollte (die Bands machten Soundcheck, diverse Aufbauarbeiten und die Brutzelbuden kamen auch nicht in Fahrt) verließen wir den Schlossberg in Richtung "Schlappen" - schön war's.
Fazit: Schöne Waldwegstrecke, gut organisiert, für 15 Euro Startgebühr incl. Schlossbergchallenge T-Shirt - da kann man nicht motzen. Ich wünsche der Laufveranstaltung nächstes Jahr besseres Wetter, mehr Teilnehmer und mehr Publikum.
Wie geht's weiter? Die nächsten 8 Wochen wird hart auf Halbmarathonniveau trainiert, denn die Wettkämpfe im September (Haslach, Gengenbach) kommen!
Bis demnächst,
Sascha
www.schlossbergfest-freiburg.de/schlossberglauf.html
Sommerlauf Oberschopfheim: Die Hitzeschlacht geht weiter!
Am vergangenen Samstag fand das Laufen bei Rekordtemperaturen seine Fortsetzung. Noch vor einer Woche dachte ich das es nicht heißer als in Friesenheim zugehen kann, jedoch wurde ich da eines besseren belehrt. Als ich mich um 17.00 Uhr in Richtung Oberschopfheim Sportplatz begab waren es schwüle 38 Grad. Eigentlich wollte ich beim Heimspiel eine richtig gute Zeit laufen, hier war aber wie in Friesenheim einfach nur überleben angesagt. Wir waren gerade am Sportgelände angekommen als der Rettungswagen ausrücken musste, weil ein Teilnehmer des 5 km Laufes zusammengebrochen war - "geht ja schon prima los". Eigentlich wäre dieser Lauf ein guter Anlass gewesen SKINS ICE zu testen. Ansonsten war ich gut vorbereitet: Die Strecke hatte ich bereits vorher bei vergleichbaren Temperaturen abgelaufen, so wusste ich bescheid.
Um 18 Uhr war dann Start. Viele Läufer waren heute nicht dabei - man kann sagen: Die Guten und die Bekloppten. Alternativen gab es genug, zeitgleich fand ein Volleyballtunier und ein Nordic Walking Lauf statt. Also los auf die 4 x 2,5 Km Rundstrecke. Das Tempo war wie zu erwarten nicht hoch, so hatte ich nach 2 Km noch Sichtkontakt zur Führungsgruppe. Auf Geschwindigkeit laufen war heute nicht angesagt, es galt meinen Puls zu kontrollieren. So habe ich geschaut das ich immer zwischen 175 - 185 Schlägen pro Minute lag. Am Ende der Runde kam eine langgezogene Steigung die bei mir nicht ihren Tribut fordern sollte. Auf der Strecke selbst war, entgegen meiner Erwartungen, für genug Getränke- und Erfrischungsstellen gesorgt. Erfrischung war bei diesen Kohlegrillbedingungen relativ, viel hat zum Zischen nicht mehr gefehlt. Nach der zweiten Runde fühlte ich mich immer noch gut, also rein in die Zermürbungsrunde 3. Während dieser Runde wurde auch ich langsamer, jedoch gelang es mir hier an einigen Läufern vorbei zu ziehen. In dieser Runde hat mich dann noch ein abrupt parkendes Auto an der letzten Steigung ausgebremst. Allgemein waren viele Autos auf der strecke unterwegs (wenn man nicht alles vernagelt und verbarrikadiert). Unter dem Applaus meiner Getreuen ging es dann in die Abschlussrunde, mit dem Vorhaben circa 1,5 Km vor Ende nochmal die Schlagzahl hochzuschrauben. Ich habe einen Läufer im blauen Dress angepeilt und los ging es (irgendwie hab ich's mit den Blauen). Von Hinten drückte keiner, beim Anstieg erreichte ich noch einen 190er Puls (fast meine max. Herzrate). Am Scheitelpunkt schnell um eine Kurve und dann ab in den Zielschuss, jedoch konnte sich der andere Läufer noch ins Ziel retten. Und dann, welche Zeit? Bewusst hatte ich während des Rennverlaufes nicht auf Zeiten geachtet, um nicht deprimiert zu sein. 44:22 - leck mich am Arsch! Normalerweise eine "lockere Laufzeit" aber eben nicht mit einem 178er Durchschnittspuls. Zu meiner Überraschung landete ich mit dieser Zeit (meine mit Abstand langsamste 10 Km Zeit) auf Platz 11 und in meiner Altersklasse auf Platz 3. Also warten auf die Siegerehrung! Die Flasche Wein nahm ich dann gerne entgegen, allerdings stammt der Wein aus Ortenberg - ein Kulturschock wenn man die Qualität des Oberschopfheimer Weines kennt. Nächstes Jahr bitte nur Wein aus der Gemeinde!
Jetzt folgte ein Sprint an die heimische Glotze zum Spiel der DFB Auswahl. Die gewannen bekanntlich und wurden WM dritter - also hatte ich mal was mit unseren Fußballern gemeinsam. Das Oberschopfheimer Sommerfest endete wohl sehr abrupt - der einsetzende Gewittersturm war heftig.
Als nächstes kommt jetzt bei mir der Freiburger Schloßberglauf. Das ist eine schöne Waldstrecke (viel Schatten) und mal wieder ein Vergleichslauf zum letzten Jahr. Ich hoffe das ich mich hier stark verbessern kann, um mit Elan im August ins Training für die Herbstläufe zu starten.
Bis denne,
Sascha
Um 18 Uhr war dann Start. Viele Läufer waren heute nicht dabei - man kann sagen: Die Guten und die Bekloppten. Alternativen gab es genug, zeitgleich fand ein Volleyballtunier und ein Nordic Walking Lauf statt. Also los auf die 4 x 2,5 Km Rundstrecke. Das Tempo war wie zu erwarten nicht hoch, so hatte ich nach 2 Km noch Sichtkontakt zur Führungsgruppe. Auf Geschwindigkeit laufen war heute nicht angesagt, es galt meinen Puls zu kontrollieren. So habe ich geschaut das ich immer zwischen 175 - 185 Schlägen pro Minute lag. Am Ende der Runde kam eine langgezogene Steigung die bei mir nicht ihren Tribut fordern sollte. Auf der Strecke selbst war, entgegen meiner Erwartungen, für genug Getränke- und Erfrischungsstellen gesorgt. Erfrischung war bei diesen Kohlegrillbedingungen relativ, viel hat zum Zischen nicht mehr gefehlt. Nach der zweiten Runde fühlte ich mich immer noch gut, also rein in die Zermürbungsrunde 3. Während dieser Runde wurde auch ich langsamer, jedoch gelang es mir hier an einigen Läufern vorbei zu ziehen. In dieser Runde hat mich dann noch ein abrupt parkendes Auto an der letzten Steigung ausgebremst. Allgemein waren viele Autos auf der strecke unterwegs (wenn man nicht alles vernagelt und verbarrikadiert). Unter dem Applaus meiner Getreuen ging es dann in die Abschlussrunde, mit dem Vorhaben circa 1,5 Km vor Ende nochmal die Schlagzahl hochzuschrauben. Ich habe einen Läufer im blauen Dress angepeilt und los ging es (irgendwie hab ich's mit den Blauen). Von Hinten drückte keiner, beim Anstieg erreichte ich noch einen 190er Puls (fast meine max. Herzrate). Am Scheitelpunkt schnell um eine Kurve und dann ab in den Zielschuss, jedoch konnte sich der andere Läufer noch ins Ziel retten. Und dann, welche Zeit? Bewusst hatte ich während des Rennverlaufes nicht auf Zeiten geachtet, um nicht deprimiert zu sein. 44:22 - leck mich am Arsch! Normalerweise eine "lockere Laufzeit" aber eben nicht mit einem 178er Durchschnittspuls. Zu meiner Überraschung landete ich mit dieser Zeit (meine mit Abstand langsamste 10 Km Zeit) auf Platz 11 und in meiner Altersklasse auf Platz 3. Also warten auf die Siegerehrung! Die Flasche Wein nahm ich dann gerne entgegen, allerdings stammt der Wein aus Ortenberg - ein Kulturschock wenn man die Qualität des Oberschopfheimer Weines kennt. Nächstes Jahr bitte nur Wein aus der Gemeinde!
Jetzt folgte ein Sprint an die heimische Glotze zum Spiel der DFB Auswahl. Die gewannen bekanntlich und wurden WM dritter - also hatte ich mal was mit unseren Fußballern gemeinsam. Das Oberschopfheimer Sommerfest endete wohl sehr abrupt - der einsetzende Gewittersturm war heftig.
Als nächstes kommt jetzt bei mir der Freiburger Schloßberglauf. Das ist eine schöne Waldstrecke (viel Schatten) und mal wieder ein Vergleichslauf zum letzten Jahr. Ich hoffe das ich mich hier stark verbessern kann, um mit Elan im August ins Training für die Herbstläufe zu starten.
Bis denne,
Sascha
Sonnwendlauf 2010 - Die Alternative zur Fußball WM
Wo bin ich? |
Am Freitag, den 18.06., war es wieder soweit. Seelbach lud zum vierten Sonnwendlauf und ich war wie im vergangenen Jahr wieder mit dabei. Mein erster 10 Kilometer Wettkampf in diesem Jahr und letztes Jahr mein erster überhaupt. Eine willkommene Gelegenheit auch hier zu prüfen was sich in einem Jahr getan hat. Der Zuspruch bei dieser Veranstaltung war wie in den vergangenen Jahren groß. Ein Teilnehmerrekord (hörte was von 900 Startern) und 3000 Zuschauer an der Strecke trotz Fußballweltmeisterschaft können sich sehen lassen. Gut das ich mir nicht das Gebolze der Engländer gegen Algerien angeschaut habe (was für eine Enttäuschung). Da lasse ich doch lieber den Katholiken raushängen und gehe zum Fest welches ursprünglich als Gedenktag an die Geburt von Johannes dem Täufer gewidmet war. Das Wetter hat auch trotz schlechter Prognosen gehalten - der Segen kam nicht von oben.
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Pä ba dä döröt bababa ba |
Um 20 Uhr ging es dann los - 2 x 5 Kilometer durch den Luftkurort Seelbach. Auf den ersten Kilometern ging es eng zu, kurz nach dem Start kam ein Läufer stark ins wanken. Ich hörte das einer in die Bande gedrückt wurde, Probleme gab es bei mir keine (was drei Wochen ungeduscht alles ausmachen). Mein Ziel war es hier unter 40 Minuten zu laufen und bloß keine Experimente - also den Tempomat knapp über 15 km/h einstellen. Die Strecke in Seelbach ist nicht gerade schwierig, jedoch gibt es eine kleine Steigung und Kopfsteinpflaster. Nach der ersten Runde lag ich perfekt in der Zeit (19:39), bei Kilometer 6 bemerkte ich leichtes Seitenstechen, da habe ich etwas Tempo rausgenommen und mich darauf konzentiert das so schnell wie möglich abzustellen - hat geklappt. Mein Puls war jetzt konstant bei 178 und ich wollte außer beim Schlusssprint nicht über 180 gehen. Bei Kilometer 8 habe mit einem guten Gefühl das Kopfsteinpflaster verlassen. Ein Blick auf die Uhr sagte mir das es knapp wird, also bei Kilometer 9 nochmal Tempo machen. Auf der Gegengerade lief gerade der Führende und spätere Sieger Lukas Nägele an mir vorbei. Am Wendepunkt bei Kilometer 9 steigt die Strecke bis ins Ziel nochmal leicht an. Vorbei an meinem Anhang (Kommentar: "Mer laufe der grad hinterher") ging es mit meiner Laufgruppe, ich nenn sie jetzt mal die Altinternationalen, in Richtung Ziel. Letztes Jahr hatte ich keine Kraft mehr für den Zielsprint, jedoch dieses Jahr hat es geklappt und so habe ich noch bis ca. zwei Meter vor der Ziellinie Läufer überholen können. Der Zielsprint war auch nötig: 39:50 Minuten, über zwei Minuten schneller als letztes Jahr. Gesamtplatz 68 und Platz 10 in der AK. Gesamtsieger wurde Lukas Nägele (Freiburg) mit einer Zeit von 32:33 (Streckenrekord), bei den Frauen gewann Verena Utz (Lahr) mit 37:38 (Streckenrekord).
Bei mir geht es Anfang Juli in Friesenheim und Oberschopfheim auf der Kurzdistanz weiter. Bis dahin wird fleißig weitertrainiert, denn mein Ziel ist es möglichst bald aus der 39 eine 38 zu machen. Um wieder auf die Bibel zurückzugreifen "ein steiniger Weg". Meine Sandalen (New Balance RC 760) stehen bereit :-)
Amen!
Sascha
www.sonnwendlauf-seelbach.de
Der letzte Mairegen in Önsbach!
Was habe ich mich im Vorfeld auf den Volkslauf in Önsbach (Nähe Achern/Ortenau) gefreut. Nochmal die Halbmarathon-Distanz berennen, um auf flacher Strecke eine aktuelle Referenzzeit zu erhalten. Die Vorfreude verwässerte sich etwas als ich mir die Wettervorhersage reingezogen habe. Niederschlag 10 - 20 l/m², Regenwahrscheinlichkeit 100 % - na super. Als wir am 30.05. nach Önsbach fuhren war es niederschlagsfrei und meine Stimmung besserte sich minütlich. Um 8:15 Uhr war ich auf dem Önsbacher Sportplatzgelände, wo um 9:00 Uhr der Start für die 10 Kilometer und Halbmarathonisten angesagt war. Rechtzeitig zum Start begann es dann mittelmäßig zu regnen. Positiv gesprochen: "Gut, dann bin ich wenigstens wach". Sonntag morgens 9:00 Uhr ist nicht wirklich die Sashman Zeit. Normalerweise beginnt mein Sonntag um 11 Uhr im Bett vor der Glotze mit dem Sport1 Krombacher Fußballtalk.
Also gut - Start. Wie immer muß man hier sehr diszipliniert sein, um nicht vom Tempo der 10er Läufer angesteckt zu werden. Einen richtigen Überblick über die unterschiedlichen Teilnehmer hatte ich nicht wirklich. Meine Planung war eine 1:27 Zeit - also rein mit dem Tempomat. Die Strecke verlief über asphaltierte Rad -und Wirtschaftswege, mit einer Forstwegpassage im Wald. Nach 5 Kilometern verriet mir ein Blick gen Zeitmesser, dass ich voll im Plan war. Diesmal war es mir gelungen, im Vergleich zum Schluchseelauf, gut ins Rennen zu finden. Kein Regen mehr - so kann es weitergehen. Bei Kilometer 7 sah ich dann für einen kurzen Augenblick die Sonne (sollte der einzige Augenblick an diesem Tage bleiben). Bei Kilometer 9 trennte sich das Läuferfeld und die Halbmarathonler waren allein. Weit vor mir sah ich einen Läufer, ansonsten war da nichts. Dieser Streckenabschnitt sollte mich an einen Wendepunkt führen und auf der Gegengeraden kam mir ein Läufer mit Fahrrad entgegen. Der Führende? - mal schauen wann der Wendepunkt kommt. Er kam bald! Meine Freundin rief mir irgendwas mit Platzierung, Frau einholen und super zu. Wäre sie eine Trainerin so hätte sie gewusst, dass sie mir bei einem 168-er Puls kurze Kommandos geben muß.
Schön - also Runde 2. Ich war allein im leichten Regen, jetzt nur nicht verlaufen. Als ich aus der Waldpassage raus kam erblickte ich einen Ordner der mir "Platz 3" und "sicher" zurief. Was ich Platz 3? Wahrscheinlich von 9 Startern, dachte ich mir so. Ein gutes Stück vor mir sah ich den Platz 2 in rot. Hinter mir folgte mit respektablem Abstand Platz 4 in blau. Sollte ich heute noch auf's Treppchen kommen, was soll ich dann machen, vielleicht "One moment in time" singen, meiner Freundin einen Heiratsantrag machen? Ich hielt mein Tempo und wartete ab. Der Blaue kam näher! Bei Kilometer 15 (?) passierte ich die Verpflegungsstelle wo mir nochmal Jemand zurief "Du bisch übrigens Dritter". Entweder Tempo halten oder schneller werden? Ich hielt das Tempo um nicht Gefahr zu laufen kurz vor Ende total einzubrechen. Der Blaue kam immer Näher. Bei Kilometer 17 hörte ich seinen Atem und dann lief er an mir vorbei. Also gut, dann renn ich ihm halt mal hinterher. Seine Schlagzahl war höher und ich musste bei Kilometer 18 abreissen lassen und mich wieder auf mich und meine geplante Zeit konzentrieren. übrigens, es schüttete in strömen. Um den Wendepunkt und nichts wie ab ins Ziel. Nach hinten war meine Platzierung sicher. Über einen matschigen Pfad ging es auf die Laufbahn des Önsbacher Sportplatzes, an dem sich eine Zuschauerin mit Schirm verirrt hatte. Rein ins Ziel bei 1:26:50 Std. Super - Richtzeit geschafft und die Platzierung? Meine Freundin hatte richtig gezählt, die Streckenposten falsch. Tatsächlich lag ich die ganze Zeit auf Platz 4, diesen Platz musste ich an den Läufer vom Karlsruher Sportclub abgeben (als Fan vom SC Freiburg bekommst du da ein Magengeschwür). Platz 5 insgesamt und es waren weitaus mehr als 9 Teilnehmer :-) - leider hat der SC Önsbach seine Homepage noch nicht aktualisiert, so kenne ich die Gesamtteilnehmerzahl noch nicht. Jetzt ging es erstmal in Richtung Kaffee, Kuchen Theke. Sonntag morgen um halbelf - Frühstück Part 2.
Bei der Siegerehrung bekam ich als Zweiter in meiner Altersklasse noch einen Karton Äpfel. Perfekt - vor meinen Augen materialisierte sich ein Apfelkuchen.
Fazit: Sollte ich nächstes Jahr dort wieder starten wähle ich wahrscheinlich die 10er Strecke, die Halbmarathon-Distanz zog sich wie ein Kaugummi. Allerdings ist die Strecke sehr flach und für eine aktuelle Leistungsstandbestimmung gut geeignet. Allerdings sind 2 Wasserstellen für einen Halbmarathon entschlossen zuwenig, gerade mit dem Hintergrund das normalerweise um diese Jahres -und Uhrzeit in Baden Temperaturen von 25 Grad keine Seltenheit sind. Die Kiste Äpfel war top!
Weiter geht es am 18. Juni beim Sonnwendlauf in Seelbach auf den 10 Kilometern. Mal schauen wie flott es da geht.
Bis denne, Sascha.
Beißen beim Schluchseelauf
Am vergangenen Sonntag war es wieder soweit - ein Vergleichswettkampf. Letztes Jahr gab ich als Greenhorn hier meine Premiere und so kehrte ich dieses Jahr wieder hierher zurück. Motiviert bis in die Haarspitzen und vom Ehrgeiz zerfressen. Gut - mein Fön ist explodiert (für mich eine totale Katastrophe). Ehrgeiz - nachdem die Friesenheimer Seuche bei mir für eine Woche Sodbrennen, Appetitlosigkeit (der Supergau) und Durchschuß gesorgt hatte war die Zielsetzung überschaubar. Um 9:15 Uhr kam ich in Gestalt von Tante Käthe in der Gemeinde Schluchsee an und machte mich startklar. Ein erleichterter Veranstalter verkündete: "Der Wettergott ist ein Schluchseeläufer". Ein Sonne-Wolkenmix bei gefühlten 12 Grad, kein Schnee und kein Regen - perfekt. Um 10:10 Uhr war Start für die 18,4 Kilometer rund um den Schluchsee. Mein Plan war folgender: Ich möchte in einem 1:27iger Halbmarathontempo laufen. Weil ich aus dem vergangenen Jahr gelernt habe nahm ich Position in Startblock 1 (Läufer unter 1:26) ein. Beim ersten Lauf war ich noch in Startblock 2 und da musste ich den ersten Kilometer trabend zurücklegen (Läuferstau).
Der Start
Ab dem Start ging es gleich rechts rum ab ins Unterholz - einen Waldweg rauf. Das Tempo war höher allerdings ging es auch hier sehr beengt zur Sache. Schwierig einen Rhythmus zu finden - Lücke schließen, ausgebremst werden, rechts vorbei links vorbei. Nach 1,4 Kilometern wurde es auf der B500 geräumiger und flach. Hier ein vielzitierter Spruch aus der Läuferbibel: Versuche nie am Start eingebüßte Zeit gleich wieder reinzulaufen. Ich hatte die Zeit Plus 5 Sekunden Bonus nach Kilometer 2 gleich wieder drinnen. Die Strecke verlief parallel zur B500 auf einem Radweg, dann ging es über eine Brücke auf eine flotte Bergabpassage zur Eisenbreche - Getränkestation 1. Nach den ersten 10 Metern hatte bereits einen trockenen Mund, deshalb war mir die Verpflegungsstation sehr willkommen. Kleiner Rückblick: Letztes Jahr hatte ein Greenhorn die Wassersektion mit der Teesektion verwechselt und sich einen Eistee ins Gesicht geschüttet. Nichts gelernt - nach der Verpflegungsstelle trank ich statt Isogetränk einen lauwarmen Eistee. Jetzt ging es stetig Bergauf. Ab Kilometer 6 meldeten sich meine Oberschenkel. Ich dachte noch: Heiliger CEP - gib mir Kraft. Mit der Kohlhütte bei Kilometer 7 war der Anstieg geschafft. Jetzt folgte eine längere Abfahrt. Ich war hier deutlich angeschlagen - die einwöchige Zwangspause und das matschige Geläuf forderten Tribut. Mit der Verpflegungsstelle Unterkrummen bei Kilometerstand 9,1 wurde es wieder flacher. Ein guter Boxenstopp: Isogetränk und Wasser - besser geht's nicht. Bei Kilometer 10 war ich verwundert. Nur circa 15 Sekunden über der Richtzeit eigentlich alles gut. Meinen Beinen war das egal - die hatten nicht mehr wirklich Lust. Bei Kilometerstand 11,8 überquerte ich die Brücke bei Aha und es ging über einen matschigen Naturpfad.
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Schuhwahl
Ich habe mich wegen des teils steinigen Forstweges gegen meine Leichtgewichte (Saucony Fastwitch 4) für die deutlich schwereren Saucony Progrid Ride 2 entschieden. Das war auch richtig, den hier können keine Steine in den Belüftungsöffnungen in der Sohle stecken bleiben. Jedoch sind die halt gut 120 Gramm schwerer.
Ab Aha gab es dieses Jahr eine Streckenänderung. Bisher verlief die Strecke hier ein gutes Stück parallel zur B500. Seit diesem Jahr ist der Uferpfad fertiggestellt und feierte Schluchseelaufpremiere. Ich hätte den Asphalt gut gebrauchen können. Was soll's - weiter solange die Kaugummibeine noch tragen. Dieser Streckenabschnitt erwies sich als undankbar, denn er war sehr wellig und so wurde ich bei moderatem Rennpuls immer langsamer. Jetzt spielte mein Geschwindigkeitsmesser verrückt, 2:21 für Kilometer 16 - wow. Die Realität sah anders aus. Ich musste jetzt einige Läufer vorbei ziehen lassen. Der Hinweis "ab hier noch 3 Kilometer" wurde von mir als Katholiken mit einem "Hallelujah" bedacht. Jetzt galt es nicht weiter durchgereicht zu werden, sondern Position halten und am Bahnhof Schluchsee entspannt auszuschauen. Meine Freundin hatte sich dort mit der Kamera positioniert. Als ich ihren Gesichtsausdruck zur Kenntnis nahm, war mir klar das nicht nur meine Frisur ruiniert war sondern der Rest auch.
Das Ende
2009 hatte ich gelernt das die Veranstalter hier noch ein schönes Bonbon eingebaut haben. Voll im Zielsprinthype merkte ich das es hier bergauf ins Ziel geht - ein Fall zur Maximalpulssteigerung. Darauf wollte ich dieses Jahr, aufgrund der Gesamtsituation, verzichten. Noch schnell die Entspanntmaske aufsetzen und winkend ins Ziel. Wie man bein Zielfoto erkennt hatte ich diese Maske irgendwo verloren.
Fakten, Fakten, Fakten
Ich stoppte bei einer Zeit von 1:21:32, 165 Durchnittspuls, 174 Maximalpuls, 1124 kcal. Mit dieser Zeit erreichte ich Platz 234 in der Gesamtwertung und Platz 32 in meiner Altersklasse. Im Vergleich zum Vorjahr war ich 4:30 Minuten schneller. Der Sieger 2010, Matthias Körner, benötigte für den Kurs 1.03:08 Stunden.
Ein landschaftlich sehr schöner Lauf. Ich kann jedem Laufbegeisterten diese Veranstaltung empfehlen. Allerdings ist der Schluchseelauf wegen der Streckenführung, Untergrund und der teilweise beengten Laufsituation nicht schnell. Also bitte nicht die Zeit von einer flachen, gut ausgebauten Strecke als Referenz nehmen. Hat bei mir nicht geklappt.
Was folgt?
Ich starte voraussichtlich am 30.05. in Önsbach auf der Halbmarathondistanz. Ich möchte auf dieser Strecke meinen aktuellen Leistungsstand erfahren, bevor die zahlreichen 10 Kilometer Läufe kommen.
Bis später
Sascha
www.schluchseelauf.com
Mein persönlicher Freiburg-Marathon 2010
Mein Überziel - eine Zeit von knapp unter 3 Stunden habe ich leider verfehlt, jedoch kann von Gram und Ärger keine Rede sein. Ich bin mit einer Zeit von 3:01:29 im Ziel angekommen. Landete insgesamt auf Platz 75 und in meiner Altersklasse reichte es für Platz 13. Ich habe es geschafft meine Zeit vom letzten Jahr um knapp 34 Minuten zu verbessern, also habe ich einiges richtig gemacht. So - jetzt nehme ich den Fall Freiburg-Marathon mal auseinander.
Der Tag davor
Um Stress bei der Startunterlangenausgabe zu vermeiden war ich bereits am Vortag auf dem Messegelände um das zu erledigen und bei der Gelegenheit noch über die Marathon-Messe zu gehen. Durch mein Schaffen bei soq bin ich gut über die technischen Neuerungen aus der Sportartikelbranche informiert und nutze diese auch soweit es mir sinnvoll erscheint. Schaue ich mir andere Läufer an, sehe ich das denen das komplett egal ist. Bekleidung in den Farben von 1992 etc. Eine Ausnahme bilden hier die Triathleten die einem optisch bei jeder Veranstaltung sofort ins Auge stechen. Nur vom feinsten und absolute Materialtüftler. Als ich das Messezentrum in Richtung Innenstadt verließ verfinsterte sich meine Miene. Wind und dunkle Wolken - keine gute Aussichten für den Event. Kurze Zeit später gab es dann Hagel über Freiburg.
Das Rennen
Wie geht es weiter
Jetzt folgt eine Regenerationswoche bestehend aus leichten Lauf- und Radeinheiten und dann switche ich auf ein 10-Kilometer Trainingsprogramm um. Ende April kommen 2 Veranstaltungen über die 10er Distanz und Anfang Mai der Schluchseelauf (18,4 km).
Nächstes Jahr, wieder Freiburg?
Kann ich noch nicht sagen. Die Wetterlage in den letzten Jahren war schon nervig, ist gut möglich das ich mir nach dem Wintertraining eine Veranstaltung in wärmeren Gefilden gönne. Mir scheint auch das Interesse am Freiburg-Marathon und der Läuferzuspruch von Jahr zu Jahr geringer zu werden. Freiburg ist in jeder Hinsicht besonders, anders und deshalb geschätzt. Bei der Marathon Veranstaltung fehlt mir das "typisch Freiburg" etwas.
So bleibt mir am Ende nur ein Tom Tittmann Zitat: "Trainieren, trainieren, trainieren".
www.marathon-freiburg.com
Am 28.03.ist Doomsday!
Es ist gerade ein komisches Gefühl - irgendwie bin ich froh das die Vorbereitungszeit jetzt ein Ende hat, andererseits hätte ich auch immer noch gerne eine Woche mehr Zeit. Seit der zweiten Dezemberwoche bereite ich mich jetzt auf den Freiburg-Marathon vor. In der Zeit habe ich gut 1400 Trainingskilometer in einem 6 Tage pro Woche Programm runtergespult, Wind und Wetter standgehalten - jetzt ist dann auch mal gut. Seit letzter Woche ist der Trainingsumfang (Kilometeranzahl) etwas geringer und sehe da, schon Ernte ich die Früchte meiner Bemühungen. Gestern habe ich die 10 Kilometer mal im lockeren Lauf in Marathongeschwindigkeit mit moderatem Puls zurückgelegt. Wenn das am Sonntag so gut geht werde ich mein Ziel erreichen. So fiebere ich dem Start entgegen mit dem Gefühl alle Faktoren die ich selbst beeinflussen konnte optimal ausgereizt zu haben - gut trainiert und Top-Ausrüstung. Leider schaut die Wetterprognose für den Sonntag nicht gut aus - Regen! Ich hoffe mal das es windstill ist, die Temperaturen sind dank Frühling zweistellig.
Wahrscheinlich hat der Frühling einen großen Anteil daran, dass ich jetzt plötzlich nochmal schneller geworden bin. Was hatte ich Spaß in der letzten Woche. Aus meinem 25 Kilometerlauf wurden ganz schnell 30 und meine Armstellung konnte ich nicht üben weil ich ständig die Kamera in der Hand gehalten hatte. Bei all der Freude ist mir nicht aufgefallen das die SD-Karte irgendwann voll war - was soll's.
Armbewegung
Beim Bahntraining ist einem anderen Läufer aufgefallen das mein rechter Arm eine komische Bewegung macht. Ist mir nie aufgefallen, da ich noch nie eine Videoanalyse gemacht habe und beim Laufen eher schau wo ich da überhaupt hin renne. Tom's Tipp: Eis essen! Nein nicht zum Italiener sondern die Haltung. Ich habe daraus den Daumenlutscherstyle kreiert. Um wirklich da noch was zu ändern ist die Zeit bis zum Marathon zu kurz, aber ich beobachte das.
Zum Rennen
Ich habe mich sehr gefreut das in diesem Jahr wieder die "Blaue Brücke" überquert wird. Letztes Jahr war das wegen Bauarbeiten nicht möglich. In dieser Ecke im Stühlinger ist davon auszugehen das viele Leute zuschauen und Anfeuerung kann ich dieses Jahr, bei einer geplanten Durchschnittsgeschwindigkeit von 14,2 km/h, gut gebrauchen. Es gibt im Rennen mehrere Knackpunkte:
01. Start
Ich bin jetzt kein nervöser Mensch, allerdings wird da schon eine Anspannung da sein. Wichtig ist es gut wegzukommen und nicht in einem Läufertross ausgebremst zu werden und schnell in das Rennen zu finden. Ab Kilometer 3 sollte ich im Flow sein.
02. Halbmarathondistanz
Nach Runde 1 habe ich dann alles mal gesehen und kann gut abschätzen wo man Zeit verliert und gut macht. Ich möchte nach Runde 1 idealerweise noch im Plan sein, also eine Zeit bei 1.29.30. So werde ich nicht den Druck haben schnell noch Zeit gutmachen zu müssen, denn das Rennen wird noch hart werden.
03. Kilometer 30
Nach meinem Eindruck wird das der magische Moment. Bin ich bei Kilometer 30 - 32 noch auf Schlagzahl und wie fühle ich mich? So ab Kilometer 32 sind es dann noch 10 Kilometer und diese Strecke ist dann wieder gut berechenbar. Wenn es dir gut geht sagst du dir "Jetzt noch Tempo halten und beißen". Letztes Jahr war ich mir ab da sicher das mir nichts mehr passieren kann und legte die Reststrecke grinsend zurück. Bei Kilometer 38 kommen dann die "Kaugummibeine", die letzten 4 Kilometer gehen dann aber mit großem Willen auch schnell vorbei.
So hoffe ich das ich nach der letzten Brücke bei einer Zeit knapp unter 3 Stunden ins Ziel falle. Wenn das nicht klappt bin ich aber nicht enttäuscht, eine Zeit von unter 3:10 wäre auch aller Ehren wert. Bei meiner absoluten Wettkampfpremiere beim letzten Freiburgmarathon lag ich bei 3:35 womit ich schon damals nie gerechnet hätte. 25 Minuten in einem Jahr wären ein gewaltiger Fortschritt. Allerdings kann auf einer Marathondistanz viel in alle Richtungen passieren, so das am Ende jeder Finisher viel erreicht hat und stolz sein kann. Wenn ich auf der Strecke merke das meine angepeilte Zeit nicht zu schaffen ist, werde ich das Tempo anpassen um das Ziel sicher zu erreichen. "Es kütt wie's kütt".
Bis denne,
Sascha
www.marathon-freiburg.com
No Distance Left To Run
Der Freiburg-Marathon rückt unaufhaltsam näher - da wird es mal wieder Zeit hier eine Wasserstandsmeldung abzugeben. Die Vorbereitung ist bis jetzt gut verlaufen, so blieb ich von Krankheiten, Verletzungen und 'Null Bock' verschont. Nachdem der letztjährige Winter schon nicht ohne war, setzte der Winter 2009 / 10 dem ganzen noch eine Schneekrone auf. Um es auf den Punkt zu bringen: Schnee, Eis, Nebel, Kälte und Gegenwind!
Thema Schnee: Bei der Lauferei hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Manchmal habe ich mich im Schnee gefragt was ich da eigentlich mache. Wäre ich im Besitz von Langlaufskiern gewesen, so hätte ich sicher an manch einem Tag die Laufschuhe stehen gelassen. Nächstes Jahr wird der Winter mild, denn ich werde mir ein paar Langlaufbretter anschaffen um sie dann verstauben zu lassen (diese Taktik klappt bestimmt).
Erlebnis Nebel: Als ich an jenem späten Nachmittag zur Laufeinheit aufbrach, lag ein grauer Schleier vor meiner Fensterscheibe (Preisklasse: Normalzustand einer Fensterscheibe in der Junggesellenbude). Die Laufstrecke führte mich über einen Weinberg in ein Tal, direkt in den Nebel und die einsetzende Dunkelheit. Wer John Carpenter's "The Fog - Nebel des Grauens" schon gesehen hat ahnt wovon ich spreche. Meine Freundin Petzl hatte ich schon auf dem Kopf und plötzlich war da Zini (das Wusslon, oder so). Nein es war kein "Spaß am Dienstag" weder ein Runner's High, sondern der Lichtkegel von meiner Petzl der im Nebel kreiste. Ich steuerte sicher aus dem Tal und hatte Spaß bei normalerweise eher öden 8 Kilometern im ruhigen Lauftempo.
Tempolauf: Nach der Schneeschmelze folgte der Gegenwind. Letztens galt es 12 Kilometer im Marathontempo zu absolvieren. Nach 3 Kilometer Einlaufen habe ich mich auf die 14,2 km/h eingepegelt. Wunderbar bis ich die Richtung wechselte und dann ging es los. Ich wurde auf absolutem Weltklasseniveau durchgeföhnt. Ich stemmte mich gegen die Gewalt und schaffte es bei vollem Kraftaufwand gerade mal auf 12 km/h. Macht kein Spaß, aber ich musste ja wieder ins traute Heim gelangen. Fluchen? Nein, denn es war ja nicht das erste Mal. Bereits eine Woche zuvor hatte ich geflucht. Gut das ich mit Mütze unterwegs war, sonst hätte es mir die kopfhörer meines iPod's aus den Ohren gerissen. Einige Musikstücke später war auch diese Tortur überstanden.
Gestern war ein richtig schöner Tag und nach 10 kilometern im ruhigen Lauftempo waren die schweren Beine vom langen langsamen 40 Kilometerlauf am Wochenende wieder locker. Heute gab es Tempoläufe im Regen. Am kommenden Wochenende kommt nochmal ein Vierziger und dann beginnt langsam die Tapering-Phase. Ich habe in den letzten beiden Wochen einige Hügelstrecken in mein Trainingsprogramm eingebaut, um noch zusätzliche Power zu generieren. Da ich mit den monströsen Strecken jetzt bald durch bin, setze ich noch Temporeize auf der Bahn und dann werde ich am 28. März sehen wie gut es geht.
Ich habe die befestigten Wege in der Ortenau nicht geschont und anders rum ebenso.
Hier noch ein paar alternative Laufbezeichnungen:
Langer Lauf --> Gemeinden hopping
Tempoläufe --> Ochsen
Lockerer Lauf --> Hüh/Hot Lauf
Ruhiger Lauf --> Quark treten oder Poserlauf
Langsamer Lauf --> Spazieren schauen
Bis denne,
Sascha
Der letzte Startschuss vor Silvester
Weil ich es dann doch nicht lassen konnte begab ich mich am 31.12. zum Silvesterlauf nach Schwaibach im Kinzigtal. Als ich am Vereinsheim des SSV Schwaibach ankam erlebte ich gleich die erste Überraschung - ein soq-Läufer! Maurice Clavel war aus Freiburg angereist. Wer den Maurice kennt weis genau das es bei ihm immer um den Sieg geht (ha, kein Druck für mich). Das Wetter war dem Veranstalter hold und so ging es um 14 Uhr auf die 5 bzw 10 Kilometer Distanz. Mit insgesamt ca. 320 Teilnehmern (incl. Bambinilauf) konnte sich der SSV Schwaibach über einen guten Zuspruch freuen. | |||
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Am Start war mächtig Betrieb und so schlenderte ich gebremst vom Läufertross rauf auf den Kinzigdamm. Es wäre besser gewesen wenn ich mich auf den ersten Metern an Maurice gehalten hätte (vielleicht wäre ich dann schon nach 500 Metern zerstört gewesen), dessen rote Hose ich langsam am Horizont verschwinden sah. Auf dem Damm angekommen hatte ich mich nach einem Kilometer etwas aus der Masse befreit und wurde vom Gegenwind begrüsst. So nach 3-4 Kilometern machte mich die Strecke schon etwas mürbe - immer geradeaus auf dem Damm, allerdings war ich hier noch in einer Zeit knapp unter 40 Minuten. Diese Zeit sollte zum Jahresabschluss nochmal drin sein. Nach 5 Kilometern ging es runter vom Damm und nach einem 'turn' wieder zurück in Gegenrichtung auf den Kinzigdamm wo mir die gemütlichen Läufer entgegen kamen. Nach ca. 7 Kilometer musste ich das Tempo nochmal leicht erhöhen um in Schlagdistanz zu bleiben. Damit war ich auch meine unmittelbaren Laufnachbarn los, als wir den Damm verlassen hatten. Es folgte ein Radweg mit leichtem Anstieg und kurz vor Kilometer 9 ging es wieder rauf auf den Damm. Das Ziel materialisierte sich vor meinen Augen und auf den letzten 600 Metern war ich mir sicher das ich noch knapp unter die 40 huschen könnte. Allerdings zog sich die Strecke in die Länge und ich überquerte angefeuert von Maurice und meiner Freundin bei selbst gestoppten 40:05 Minuten die Ziellinie. Jetzt war ich quasi überm Damm und fertig zur großen Silvestersause und so ging es für mich dann gleich nachhause, während sich Maurice noch den Pflichten des (ungefährdeten) Sieges hingeben musste und die Ovationen und Preise in der Gemeindehalle in Empfang nahm. | |||
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Fazit: Gut, dass ich da am Start war. Eine schöne Abwechselung zum Marathon-Training das mir in den Beinen steckt. So konnte ich mir an Silvester mit gutem Gewissen die ein oder andere Hopfenkaltschale gönnen. www.schwaibach-lauf-mit.de | |||




