Ist das schön wenn die Schmerzen nachlassen

Ach was ist das für ein Gefühl wenn die Schmerzen langsam wieder nachlassen und die dreckige Wäsche auf der Leine bald hängt. Heute stand mit dem Schwarzwald-Bike-Marathon in Furtwangen einer der letzten MTB-Marathons für die Saison 2010 auf dem Programm. Für mich als Wenigtrainierer hieß es am heutigen Sonntag um 9.15 Uhr Start über die 60km. Meine Teamkolleginnen und -kollegen Andrea und Sven waren da schon über zwei Stunden unterwegs. Sie nahmen nämlich die 120km in Angriff. Markus ging 15 Minuten vor mir auf die Strecke, da er sich auf die 90 km begab. Somit waren Sebastian, unser Teamchef Tom (man höre und staune!!) und ich als letzte in der Startaufstellung dran. Gott sei dank! Denn um kurz nach 9 Uhr waren es immer noch nur knapp 10°C, allerdings schien schon die Sonne und so konnte man davon ausgehen, dass es uns allen ziemlich schnell warm wird. Und so war es auch! Meine Skinsärmlinge zog ich bereits am zweiten Anstieg schon ab, da ich da schon triffend nass war - vor Schweiß versteht sich. In unserem Rennen ging es gleich richtig zur Sache. Und meine Taktik war ganz einfach - so schnell und lang wie nur irgendwie möglich Gas geben und schauen wie weit es geht. Wenn ich Glück habe komme ich damit durch. Denkste!
 
Furtwangen 2010 2Bei Kilometer 32,5 standen die Eltern von Sebi und reichten mir mein Trinken (DANKE!!!). Hier befand ich mich in einer Dreiergruppe die so um Gesamtrang zwanzig lag. Ein großes Problem mit dem wir zu kämpfen hatten, waren die Fahrerinnen und Fahrer der 42km Strecke, diese parkten manchmal schier auf der Strecke und so war ein flüssiges voran kommen leider nicht immer gewährleistet. Irgendwann bogen diese dann ab und wir waren wieder unter uns. Nur schnell meldete sich das nächste Problem bei mir. Die ganzen Wurzelpassagen raubten mir ganz schön die Kraft und so war es bei Kilometer 40 soweit, die ersten Anzeichen von Krämpfen meldeten sich. Okay Krams, wenn Du jetzt heil durch kommen willst gibt es nur noch eine Möglichkeit, nehme etwas raus und versuche Deinen Platz zu verwalten. Bei Kilometer 46 kam dann ein ausserirdischer Express an mir vorbei geschossen. Es waren die drei Führenden von der 120km Strecke. Diese Chance nutze ich und versuchte so lang wie möglich im Windschatten zu bleiben. Das ging aber leider nicht lange gut, denn bei Kilometer 51 musste ich diese ziehen lassen, jetzt meldete sich nämlich nicht nur meine Waden, nein auch meine Oberschenkelvorderseiten liesen ein Wiegetrittfahren nicht mehr zu. So musste ich mit anschauen wie die Jungs mich gerade stehen liesen und und ich mit dem letzten Anstieg kämpfte. Es waren richtige nicht endete Qualen und es ging als weiter rauf. Endlich es war so weit, die letzte Abfahrt stand an, nochmals ausruhen und Kraft sammeln für die immer leicht ansteigende Anfahrt nach Furtwangen. Immer wieder blickte ich mich um, ob von hinten noch jemand kam - zum Glück Fehlanzeige! Im Gegenteil ich überholte den einen oder anderen sogar noch, nur leider waren das Fahrer von der 42km Strecke. Im Ziel endlich auf dem Marktplatz angekommen war ich überglücklich diese Strapazen überstanden zu haben. Meine Taktik ging also fast auf, bis Kilometer 40 hat die Muskulatur mitgespielt und ab da habe ich den Platz verwaltet. Bewusst habe ich keinen Platz mehr hergegeben, was im Endresultat Platz 20 (Overall) (Platz 4 in der AK) bedeutete. Nun liegt nur noch eins an - das schlimmste an jedem Wettkampf - das Material und die Wäsche zu versorgen, ein Job an den ich in den über 15 Jahre Wettkampfsport immer noch kein Gefallen gefunden habe.
 
Wie geht es jetzt weiter? Ich werde jetzt ein paar Tage die Beine hochlegen zum regenerieren und dann mal schauen was beim Burgrace noch raus komt!
 
Bis denne, Euer Roland.
 
 
 

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Begegnung der dritten Art

RIMG1087Am Sonntag war es endlich mal wieder so weit. Ich hatte vormittags zwei Stunden Zeit und beschloss am Samstag Abend mein BMC Elite am Kaiserstuhl auszuführen. Sicherlich schon ganz euphorisch von dem wunderschönen Samstag an dem ich aus Zeitgründen gar nicht zum trainieren kam, freute ich mich wie ein kleines Kind auf den nächsten Morgen. Doch wass war das? Dickster Nebel am Morgen beim Frühstück, egal wenn Du schon mal frei bekommst dann halt auch bei diesem Wetter. Zielsicher steuerte ich den Kaiserstuhl hinter meiner Haustüre an. Es wurde immer unheimlicher, der Nebel immer dicker und die Temperaturen wanderten auch gegen Null Grad Celsius. Egal weiter. Beim Aufstieg zur Eichelspitze stellte ich dann fest, dass  in manchen Schattenlöchern auch noch Eis vor zu finden war, sprich die späteren Abfahrten vielleicht etwas vorsichtiger angehen. Endlich, dass erste mal oben angekommen, traute ich meinen Augen kaum. Ich sah nichts, rein gar nichts. Die Abfahrt fuhr ich wie im Blindflug, Sicht vielleicht 30m und das ist bergab im Gelände nicht gerade viel. Naja, bin ja heil unten in der Senke angekommen und da war er wieder der Adrenalinschub - 20m blankes Eis auf dem Weg. Jetzt nur nicht lenken oder bremsen einfach nur rollen lassen, puh geschafft! Danach ging es über einen kleinen Singletrail runter in Richtung Oberbergen. In Oberbergen angekommen ließ ein Blick auf die Uhr erahnen was jetzt anstand. Wettkampf - denn ansonsten ist es nichts mit 11 Uhr zu Hause sein. RIMG1084Also Gas geben, leider wurde der Anstieg hinauf zur Katharinenkapelle immer steiler und meine Kräfte schwand auch immer mehr. Egal da musst Du durch, bist ja gleich oben. Gott sei Dank nahm der Nebel in den höheren Lagen wieder zu, so dass ich nicht alles erkannte. Bergauf manchmal gar nicht so schlecht, wenn man das Ende nicht sieht. Der Polartacho zeigte ständig über 17-18% an Steigung an und enden wollte das Ganze gar nicht. Doch langsam wurde es flacher und ich dachte okay das wars, denn Rest nach Hause kennst Du ja aus dem effeff. Aber was war das, ein leichtes Muhen? Aber hier oben sind doch um diese Jahreszeit keine Kühe. Da schon wieder, aus beiden Seiten drang das Geräusch an meine Ohren und da langsam sah ich Ihre Konturen durch den starken Nebel, ja das sind keine Kühe aber irgendetwas Artverwandtes - Bissons. Puh okay die sind ja zum Glück hinter dem Weidezaun. Aber was ist das? Der Weg endete vor dem Zaun und dahinter zwei junge Bissons die mich lautstark begrüßten. Erst einmal Luft holen und die Lage checken.RIMG1083 Tja nach fünf Minuten hatte sich die Lage nicht unbedingt zu meinen Gunsten gewandelt, aus zwei wurden etwas 12-15 junge Tiere, die selbstverständlcih neugierig auf das frische Fleisch geworden sind. Okay mittlerweile hatte ich die Situation auch begriffen, entweder ich fahre den steilen Anstieg wieder runter und über einen Umweg nach Hause, was bedeuten würde das ich sicherlich 30 Minuten zu spät wäre und dies mein Sohn Yannik mir sicherlich nicht verzeihen wird, oder ich muss irgendwie durch den abgesperrten Übergang hinüber auf die andere Seite der Koppel. Leider zeigten die Tiere nicht jeglichen Sinn sich zu entfernten und so stand ich vor einer schweren Entscheidung. Okay erst einaml Nase putzen (Russische Methode), doch was war das?

 

Das Schnäutzen hat die Tiere völlig erschrecktund sie sprinteten alle wie wild in den Nebel. Hey Krams Deine Chance. Rad über den Koppelzaun gehoben, ab durch das kleine Törchen, Rad geschnappt auf die andere Seite gerannt, Rad über den Zaun und ich wieder durch das zweite Gatter in die Sicherheit. Erst jetzt traute ich mich wieder nach hinten zu schauen -  aber da waren keine Bissons mehr, nur Nebel. Okay jetzt nichts wie heim, Du hast nur noch 12 Minuten. Zum Glück waren bei dem Wetter groß keine Wanderer unterwegs - der Ausdruck "Pistenraudie" wäre hier sicherlich gefallen. Da es zu 90% nur noch bergab ging und mein BMC hervorragend die Spur hielt, schaffte ich es zwei Miunten nach 11 Uhr zu Hause ein zu trudeln. Fertig wie ein Schnitzel aber glücklich wie ein kleines Kind.
 

 

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